Neu im Kino:

Ghostbusters für Knirpse: Gespensterjäger

Die Kinder- und Jugendbücher von Cornelia Funke liefern dankbare Vorlagen für Kinofilme. Die lebensnahen Abenteuer der „Wilden Hühner“ haben ebenso ihren Weg auf die große Leinwand gefunden wie die Fantasy-Geschichte „Tintenherz“. Nun durchstreifen auch Funkes beliebte „Gespensterjäger“ das Kino.

Hedwig Kümmelsaft (Anke Engelke), Tom (Milo Parker) und Hugo bei einer Geisterfahrt.
Lucky Bird Pictures Hedwig Kümmelsaft (Anke Engelke), Tom (Milo Parker) und Hugo bei einer Geisterfahrt.

Hedwig Kümmelsaft (Anke Engelke) ist Gespensterjägerin mit Leib und Seele. Aber trotz ihrer Erfolge arbeitet kein Kollege vom „Zentralen Gespensterjäger Institut“ gern mit der verhärmten, bitteren Dame zusammen. Als Frau Kümmelsaft von ihrer Chefin Frau Hoffmann (Karoline Herfurth) vor die Tür gesetzt wird, versteht sie die Welt nicht mehr. Währenddessen muss sich der 11-jährige Tom Tomsky (Milo Parker) mit der Tatsache auseinandersetzen, dass seine lebenslange Angst vor Gespenstern, die ihn immer wieder zur Zielscheibe des Spotts seiner Teenie-Schwester macht, durchaus begründet ist.

Als er allen Mut zusammennimmt, um seine Eltern mit Alkohol aus dem Keller zu versorgen, begegnet er dort einem grünen, schleimigen Etwas. Der Schock sitzt tief. Dabei ist Geist Hugo die mit Abstand geringste Bedrohung, die die Welt des Übersinnlichen derzeit bereithält. Großes Unheil ist im Anmarsch und wirft seinen frostigen Schatten voraus. Tom möchte Fachfrau Hedwig in Sachen Gespensterproblematik konsultieren, bekommt zunächst aber eine Abfuhr. Dabei geht es längst nicht mehr um häusliche Klein-Geister, sondern um den potentiellen Weltuntergang.

Film nicht auf Deutsch gedreht

Die deutsch-österreichisch-irische Ko-Produktion „Gespensterjäger“ zielt ganz klar auf einen internationalen Markt. Deshalb wurde auch konsequent in englischer Sprache gedreht. Die deutschen Stars haben sich für die hiesige Version selbst synchronisiert, was bei aller Perfektion gelegentlich irritiert. Der jugendliche Hauptdarsteller Milo Parker ist Brite und ein bemerkenswerter junger Mann, der die authentischste Rolle der Geschichte mit einem riesigen Herzen versieht. Man mag ihn vom Fleck weg, während sich eine gänzlich uneitel agierende Anke Engelke die Sympathien erst erarbeitet.

Die Animationen, allen voran Gespenst Hugo, sind international gut vorzeigbar, außerdem durfte Regisseur Tobi Baumann („Der WiXXer“) an liebevoll hergerichteten Schauplätzen und in hochwertigen Kulissen drehen. Zweifelsohne haben die „Ghostbusters“ und die „Men In Black“ so manchen Geistes-Blitz angeregt. Die Auswahl an stimmungsvollen, aber unaufdringlichen Songs beweist viel Sinn für filmische Atmosphäre. Für ganz kleine Kinogänger ist das dezent-gruslige Werk noch nicht geeignet. Ansonsten macht die ganze Familie nichts verkehrt, wenn sie nach der obligatorischen Ostereisuche auf Gespensterjagd geht.

Wertung

Anspruch: 0
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 3
Erotik: 0

Verleih: Warner Bros.
Bundesstart: 02. April 2015
Genre: Kinderfilm

Mehr Infos unter: www.Gespensterjaeger-derFilm.de

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