Christiane Hörbiger wird 75:

Grand Dame des deutschen Fernsehens feiert Geburtstag

Ihr Name ist aus dem deutschsprachigen Fernsehen nicht wegzudenken und trotzdem bleibt Christiane Hörbiger dankbar und demütig. Ein paar Wünsche hat sie aber schon noch.

Christiane Hörbiger wurde bei den Steiger Awards 2012 für ihr Lebenswerk geehrt. Am 13. Oktober wird sie 75.
Henning Kaiser Christiane Hörbiger wurde bei den Steiger Awards 2012 für ihr Lebenswerk geehrt. Am 13. Oktober wird sie 75.

Mops Loriot rennt aufgeregt um Christiane Hörbiger herum, während die Blicke der Schauspielerin zu einem Seefahrerbild an der Wand des Salons im Hamburger Hotel „Atlantic“ wandern und dort kurz ein wenig sehnsüchtig hängen bleiben. „Am liebsten hätten mein Lebensgefährte und ich eine Schiffsreise über den Atlantik von New York nach Hamburg gemacht, aber das ging aus Zeitgründen nicht“, erzählt sie. „Doch das holen wir nach.“ Sie hätte sich die Fahrt, von der sie schon seit Längerem träumt, zum 75. Geburtstag schenken können – den feiert die Österreicherin am Sonntag. Dafür wird sie nun mit Millionen Zuschauern gemeinsam Geschenke auspacken: Die ARD feiert die „Grande Dame“ des deutschsprachigen Fernsehens mit vier Filmen.

In zwei neuen Filmen, die im „Ersten“ am 14. und 18. Oktober zu sehen sind, beeindruckt sie mit ihrer eindringlichen Darstellung einer Alzheimer-Patientin („Stiller Abschied“) und erfreut als positive, strahlende Mittsiebzigerin („Zurück ins Leben“). „Aufhören zu arbeiten, kann ich mir nicht vorstellen. Es sei denn, die Zuschauer wollen mich nicht mehr sehen“, sagt die Mimin, die schon 1955 ihr Filmdebüt gab.

Die Liebe zur Darstellungskunst liegt in der Familie: Als Tochter des bekannten Schauspieler-Ehepaares Attila Hörbiger und Paula Wessely wurde sie 1938 in Wien geboren. Auch ihr Onkel Paul Hörbiger verdiente sein Geld auf der Bühne. Hörbigers Schwestern Maresa Hörbiger und Elisabeth Orth wurden ebenfalls zu bedeutenden Schauspielerinnen. Dabei wollten die berühmten Eltern die Töchter eigentlich von der Schauspielerei fernhalten.

Familienname war anfangs eine Belastung

Die Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien nach dem Schulabschluss brach der Schauspielerspross wegen eines Filmangebots nach vier Wochen ab und ging wenig später ans Theater. Doch der Vergleich mit den Eltern war für die junge Frau in der Heimat überall präsent, ihr Bühnendebüt als Recha in Lessings „Nathan der Weise“ am Wiener Burgtheater fand wenig Wohlwollen bei den Kritikern. Um sich von Mutter und Vater zu emanzipieren, verließ sie Wien und erspielte sich an verschiedenen Theatern wie dem Züricher Schauspielhaus einen Namen als ernst zu nehmende Künstlerin.

Seit Längerem zieht es sie nicht mehr auf die Bühne. „Mit dem Theater habe ich abgeschlossen. Ich habe alles gespielt und überhaupt nicht den Ehrgeiz, der erste weibliche King Lear zu sein oder etwas in der Art“, sagte sie der Zeitschrift „Bunte“. Ohne das Theater verspüre sie endlich keine Anspannung mehr, berichtete sie in der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ – „endlich keine Angst mehr, den Text zu vergessen“, erzählte Hörbiger, die nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes alleinerziehende Mutter war. Sohn Sascha arbeitet als Regisseur.

„Ich bin demütig und dankbar dafür, dass es mir so gut geht“, sagt Hörbiger heute. „Ich mache jeden Tag meine Turnübungen und gehe mehrmals mit meinem Mops Loriot spazieren. Das hält mich fit“, erzählt sie. „Und ich glaube an Gott.“ Mit dem Schriftsteller Gerhard Tötschinger ist sie seit 1984 zusammen. Im Familienkreis will sie auch den 75. verbringen. „Die Feier wird nicht groß ausfallen“, sagt sie.

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