:

Grandioses zum Malzew-Abschied in der Konzertkirche

Blumiges aber auch viel Gewaltiges gab es nach 14 Jahren zum Abschied von Stefan Malzew als Generalmusikdirektor. Der Chef wird aber nicht das letzte Mal mit seiner Philharmonie gespielt haben.

Stefan Malzew wie er leibt und lebt.
Frank Wilhelm Stefan Malzew wie er leibt und lebt.

Das war doch mal ein gewaltiger Abschied. Es gab viele nette Worte, aufschlussreiche Videorückblicke, viele Blumensträuße und auch die eine oder andere verdrückte Träne im Publikum. Vor allem aber setzte die Philharmonie ihrem scheidenden Generalmusikdirektor (GMD) mit der Interpretation der "Pinien von Rom" einen grandiosen musikalischen Schlussstein. Die von der Orgelempore ertönenden Flügelhörner und Wagnertuben sorgten für schmetternde Fanfaren, die fast als Schlussakkorde für die 14 Jahre von Stefan Malzew als Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie interpretiert werden könnten. Aber nein, der Meister stellte schon vorher klar, dass, als der Spielplan der 44. Konzertnacht geplant worden sei, nicht feststand, dass dies sein letzter Auftritt als GMD in Neubrandenburg werden würde.

Filigranes Solo von Elsa Claveria

Der offizielle Abschied unter dem Motto "Musikalische Blumensträuße" geriet, musikalisch gesehen, etwas zu blumig. Doch die "Pinien", "Der rote Mohn" aus der Feder von Reinhold Glière sowie "Der Sommer" von Antonio Vivaldi "rissen" das wieder raus. Die Ballettkomposition "Der rote Mohn", uraufgeführt 1927, ist ein monumentales Werk, das beispielgebend für den sozialistischen Realismus in der sowjetischen Musik stehe, sagte Malzew. Sogar die "Internationale" klingt mitten drin an. Vivaldis "Sommer" wurde durch das wunderbar zarte und filigrane Spiel der Solistin Elsa Claveria dominiert.

Oberbürgermeister Silvio Witt dankt Malzew

Herausragender Dankesredner war Neubrandenburger Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos), wobei das ja auch keine Überraschung ist. Schließlich verdiente er sich vor seiner Wahl seine Brötchen unter anderem als Kabarettist. Es sei ein "bittersüßer Abschied", den er sehr bedaure, sagte Witt. Stefan Malzew habe sehr viel für die Entwicklung der Philharmonie und der Konzertkirche geleistet.

Tröstlich für Malzew-Fans: Für sechs Konzertnächte hat er noch einen Vertrag als "Freier" in der Tasche. "Die 50 werde ich auf jeden Fall vollmachen", versprach er.

Weiterführende Links