Landeier und City-Chaoten:

Grossstadtklein

Obwohl der Film „Grossstadtklein“ auch eine komödiantische Seite hat, setzt sich die Geschichte im Kern sehr ernsthaft mit den Sorgen und Nöten einer jungen Generation auseinander.

Szene aus "Grossstadtklein".
Mr. Brown Entertainment Szene aus "Grossstadtklein".

Die DDR ist schon lange Vergangenheit, aber ihr legendäres Moped „Schwalbe“ läuft und läuft. Mit ihren historischen fahrbaren Untersätzen machen Ole (Jacob Matschenz) und seine besten Freunde (Kostja Ullmann, Pit Bukowski) regelmäßig den ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns unsicher. Der junge Mann fühlt sich in seinem natürlichen Lebensraum pudelwohl, aber dann werfen ihn Opa und Mama aus dem vermeintlich sicheren Nest. Ole ist ein begabter Zeichner und soll nun bei einem Berliner Verlag für Kalender ein Praktikum antreten.

Auch die Unterkunft ist schon gebucht. Der neue Berliner soll in der Wohnung seines nur flüchtig bekannten Cousins Rokko (Klaas Heufer-Umlauf) nächtigen. Die erste Begegnung zwischen den jungen Männern ist allerdings weder von herzlichen Gefühlen noch von offenen Armen geprägt. Dafür gibt sich die niedliche Fritzi (Jytte-Merle Böhrnsen) sehr viel offenherziger, als sie den unbekannten Gast begrüßt und dabei sofort Begehrlichkeiten weckt. Während in Oles Bauch die Schmetterlinge toben, läuft es auf der Arbeit weniger gut. Auch wird der junge Mann erstmals in die Hintergründe einer seit langer Zeit schwelenden Familienfehde eingeweiht. Oles Vater Heinz (Markus Hering) und Rokkos Erzeuger, die Sportskanone Manni (Tobias Moretti), entzweien unüberbrückbare Differenzen. Als der Opa das Zeitliche segnet, macht sich Ole mit Rokko, Manni und Fritzi in die heimatliche Provinz auf, wo nicht nur der Clash der Kulturen vorprogrammiert scheint…  

Tobias Wiemann, der hier seinen Einstand als Spielfilmautor und -regisseur gibt, liegen die emotionalen Momente deutlich besser, während der Humor manchmal etwas aufgesetzt wirkt. Dass der Filmemacher von seinem Produzenten Til Schweiger so Einiges gelernt hat, versuchen weder das visuelle Konzept noch der gekonnte Einsatz stimmungsförderlicher Songs zu verhehlen, was sicherlich nicht ehrenrührig ist. TV-Star Klaas Heufer-Umlauf („Circus HalliGalli“) macht in seiner ersten großen Filmrolle eine ziemlich gute Figur. Unterm Strich ist „Grossstadtklein“ kein perfekter Film, aber ein ordentliches Debüt, das in einer Zielgruppe im Alter der Protagonisten gut ankommen dürfte. Und das unabhängig davon, ob die Zuschauer in der Stadt oder auf dem Lande beheimatet sind.
 

Verleih: Warner Bros.
Genre: Tragikomödie
Bundesstart: 15. August 2013 
Mehr Infos unter: wwws.warnerbros.de/grossstadtklein

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 2
Action: 1
Humor: 2
Erotik: 2

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