Neu im Kino:

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

Wir alle haben irgendwann das Bedürfnis, aus dem Alltag auszubrechen. Aber der Hamsterkäfig der Verpflichtungen hält uns gefangen. Wie schön, dass sich wenigstens Filmhelden stellvertretend für uns ins Abenteuer stürzen dürfen. Hier kommt Hector!

Unterwegs auf Weltreise und der Suche nach dem Glück: Simon Pegg als Hector.
Ed Araquel/Wild Bunch Germany Unterwegs auf Weltreise und der Suche nach dem Glück: Simon Pegg als Hector.

Psychiater Hector (Simon Pegg) hat die Faxen dicke. Tagein, tagaus muss er den Problemchen seiner Patienten lauschen und weiß doch selbst gar nicht so genau, wie er sich in diesem Leben positionieren soll. Was ist das eigentlich, Glück? Um das herauszufinden, packt Hector seine Siebensachen und stürzt sich ins Abenteuer einer Weltreise. Überall auf dem Weg trifft er interessante Menschen, denen er zum Thema Glück auf den Zahn fühlt. Ist der schwerreiche Geschäftsmann Edward (Stellan Skarsgård) happy, der ihn zu einem Luxusaufenthalt in China einlädt? Oder sind die Menschen in Afrika, die wenig mehr als die Kleidung auf ihrem Leib besitzen, womöglich glücklicher? Die unterschiedlichsten Thesen werden aufgestellt und wieder verworfen, Hector gerät ins Bett schöner Frauen und in akute Lebensgefahr, bis er endlich das Aha-Erlebnis hat.

Wer Glück finden will, muss auch Unglück ins Auge sehen

François Lelord, der französische Autor der Romanvorlage, ist selbst Mediziner, Psychologe und Sachbuchautor. Er wird also wissen, wovon er redet, wenn er den Leser (und nun auch den Zuschauer) gemeinsam mit seinem Antihelden Hector auf die Suche nach dem Glück schickt. Regisseur Peter Chelsom hat mit „Funny Bones“, „The Mighty – Gemeinsam sind sie stark“ oder auch „Hannah Montana – Der Film“ relativ wenige, aber völlig unterschiedliche Filme gedreht. Seine aktuelle Bestseller-Adaption vereint viele Qualitäten seines bisherigen Schaffens: den Humor, den menschlichen Faktor, die Ausrichtung auf ein breitgefächertes Publikum. Dabei herrscht nicht an allen Plätzen eitel Sonnenschein, an die es Hector verschlägt. Wer das Glück finden will, muss eben auch dem Unglück ins Auge sehen. Insofern hat Hectors Reise nichts mit dem Nobeltrip der gelangweilten, wohlhabenden Autorin gemein, den Julia Roberts in „Eat Pray Love“ unternimmt - auch wenn dieser Vergleich häufig und zu Unrecht gezogen wird.

Nicht jeder Gedanke ist große Philosophie

Natürlich ist auch bei diesem Roadmovie der Weg wieder das Ziel. Nicht jeder Gedanke, den Hector in seinem Notizbuch festhält, ist große Philosophie. Der Film bemüht einige Klischees und die Erkenntnis, die am Ende reift, wird kaum jemanden aus allen Wolken fallen lassen. Aber der Zuschauer hat sich am Ende prächtig und auf hohem Niveau amüsiert und bekommt jede Menge Stoff zum Nachsinnen mit auf den Heimweg. Eine wunderbare Bestseller-Verfilmung mit einem sympathischen Hauptdarsteller, zahlreichen prominenten Zaungästen und einem emotional etwas zu einfach gestrickten Schluss.

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 2
Erotik: 2

Verleih: Wild Bunch/Central  
Bundesstart: 14. August 2014   
Genre: Roadmovie / Drama / Komödie

Mehr Infos unter: www.hectorsreise.de

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