Nordkurier-Sinfoniker:

Heimkehr in die Konzertkirche nach vier Jahren

Wenn am 3. Dezember die „Nordkurier-Sinfoniker“ in der Neubrandenburger Konzertkirche auftreten, ist mit Ida Scharmer auch eine junge Bratschistin dabei, die in der Region aufgewachsen ist.

Die Bratschistin Ida Scharmer kehrt mit den Nordkurier-Sinfonikern zurück in die Konzertkirche.
Sebastian Vieweger Die Bratschistin Ida Scharmer kehrt mit den Nordkurier-Sinfonikern zurück in die Konzertkirche.

Ida Scharmer musste nicht lange überlegen. Als das Angebot kam, mit dem Jungen Sinfonieorchester Berlin (JSO) in der Neubrandenburger Konzertkirche zu spielen, sagte sie gleich zu. „Ich habe mir gesagt, cool. Die Zeiten passen. Da mache ich mit!“ Dabei muss die 22-Jährige Berlinerin sogar einen Tag Urlaub nehmen, um für die zwei Konzerte mit dem JSO, das an dem Tag als „Nordkurier-Sinfoniker“ firmiert, in die Viertorestadt zu fahren. Das ist es ihr aber wert. Der Grund: Ida Scharmers familiäre und musikalische Wurzeln liegen hier in der Region.

Aufgewachsen ist sie in Ballwitz, einem Dorf 15 Kilometer südlich von Neubrandenburg. Die Musik ist ihr in die Wiege gelegt worden. Ihre Mutter Dagmar arbeitet an der Musikschule Kon.centus Neubrandenburg/ Neustrelitz als Klavierlehrerin. Großgeworden ist Ida Scharmer mit den Klängen, die ihr vier Jahre älterer Bruder Guido seinem Cello entlockte. Wie er machte sie mit fünf Jahren das erste Mal Bekanntschaft mit einem Instrument. Bei ihr war‘s die Geige.

Musikstudium kommt nicht für jeden infrage

Lange verlief Ida Scharmers künstlerische Laufbahn zweigleisig, denn sie war auch aktiv in der Neubrandenburger Tanzaktion. Sie kennt die Konzertkirche deshalb als kleine Tänzerin und als Musikerin. Mehrfach sei sie in dem Konzertsaal aufgetreten, zuletzt 2011 bei einem Projekt des ehemaligen Neubrandenburger Generalmusikdirektors Stefan Malzew mit der Deutschen Streicherphilharmonie, einem weiteren hochkarätigen Nachwuchsorchester. „Ich habe gegenüber meinen Kollegen im JSO schon von der tollen Konzertkirche geschwärmt“, sagt Ida Scharmer.

Mit jungen Jahren verließ sie Neubrandenburg, um ihr musikalisches Talent zu entwickeln. Wie auch ihr Bruder Guido besuchte sie das Berliner Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach. 80 Prozent der Absolventen des Gymnasiums entscheiden sich für ein Musikstudium. Ida Scharmer, die während ihrer Schulzeit von der Violine auf die Bratsche wechselte, hatte vor dem Abitur lange überlegt, ob sie den Weg zur professionellen Orchester-Musikerin weiter beschreitet. Die Zukunftsaussichten für junge Musiker seien nicht die besten.

Proben, proben, proben

Zwar ist die Orchesterdichte in Deutschland nach wie vor einzigartig. Doch allein in Ostdeutschland und Berlin wurden seit 1990 mehr als 20 Orchester aufgelöst. Hinzu kommt die „enorm große Konkurrenz von vielen tollen Nachwuchsmusikern“, sagt Ida Scharmer. Deshalb habe sie sich entschieden, erstmal eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren. Den Traum vom Musikstudium hat sie trotzdem noch nicht aufgegeben. Dafür sorgen auch solche Konzerte wie die beiden am 3. Dezember mit der Nussknacker-Suite von Tschaikowsky. Ida Scharmer kennt natürlich die Nussknacker-Hits wie den „Tanz der Zuckerfeen“ seit frühester Jugend. „Gespielt habe ich das Werk aber noch nie.“ Deshalb heißt es zurzeit proben, proben und nochmals proben.

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