"Streif - One Hell of a Ride":

Heldenepos zeigt höllische Ski-Abfahrten

Ein Film über eine der schwersten Abfahrtsstrecken kommt in die deutschen Kinos. Regisseur Salmina dichtet ein dramatisches Heldendrama, das den drohenden Tod auf der Streif in den Mittelpunkt stellt.

Didier Cuche rast 2010 über die Streif. Der Schweizer hält mit fünf Siegen auf der österreichischen Skirennstrecke den Rekord. Im neuen Film über die Streif, „One Hell of a Ride“, tritt Cuche als Erzähler auf.
Herbert Neubauer Didier Cuche rast 2010 über die Streif. Der Schweizer hält mit fünf Siegen auf der österreichischen Skirennstrecke den Rekord. Im neuen Film über die Streif, „One Hell of a Ride“, tritt Cuche als Erzähler auf.

Die Weltcup-Abfahrt der Skirennfahrer in Kitzbühel ist eine Legende für sich, die Sieger machen sich in Wintersportkreisen für immer einen Namen. Kaum eine Alpin-Strecke erfordert so viel Mut, fahrerisches Können und Kompromisslosigkeit. „Auf der Streif geht es ums blanke Überleben“, behauptet Norwegens Olympiasieger Aksel Lund Svindal, einer der besten Athleten in den schnellen Disziplinen.

Stoff genug für einen Film, dachten sich Regisseur Gerald Salmina und seine Mitstreiter, packten ihre Kameras ein und fuhren nach Kitzbühel. Zurück kamen sie mit Bildern, die die Zuschauer tatsächlich in Atem halten. Pünktlich vor dem Weltcup in Kitzbühel vom 23. bis 25. Januar startet am Donnerstag die Dokumentation „Streif – One Hell of a Ride“ auch in den deutschen Kinos. In Österreich ist der Streifen bereits ein Publikumserfolg.

"Kitzbühel ist einfach brutal"

115 Minuten lang werden die beeindruckendsten Fahrten und die schwersten Stürze der vergangenen Jahrzehnte ebenso gezeigt wie der emotionale Nachtslalom-Sieg von Felix Neureuther im vergangenen Jahr. Im Mittelpunkt aber steht der Höhepunkt der Hahnenkammrennen selber: die Abfahrt, die international ihresgleichen sucht.

„Kitzbühel ist einfach brutal, die herausforderndste Abfahrt überhaupt“, sagt Olympiasieger und Abfahrts-Weltmeister Franz Klammer. In den siebziger und achtziger Jahren gewann der Österreicher viermal auf der Streif, besser ist nur der inzwischen ebenfalls zurückgetretene Schweizer Didier Cuche mit fünf Siegen. Der 40-Jährige tritt im Film als Erzähler in Erscheinung, liefert Anekdoten und berichtet über seine Angst, als er das erste Mal in Kitzbühel am Start stand.

Dokumentation lebt auch von der Übertreibung

Der Streif-Streifen raubt Nerven, weil er beinahe jeden schweren Sturz auf der Streif zeigt, in Echtzeit, in Zeitlupe, aus den verschiedensten Perspektiven. Fast der halbe Film dreht sich um schwerste Verletzungen, um die latente Gefahr, um die Sorgen. Allein in der jüngsten Vergangenheit stürzten der Schweizer Daniel Albrecht (2009) und Hans Grugger (2011) aus Österreich so unglücklich, dass beide Schädel-Hirn-Traumata erlitten und die Ärzte um das Leben der Topfahrer kämpfen mussten.

Szenen von damals aus dem Krankenhaus werden nachgestellt, überhaupt ist der drohende Tod auf der Streif der makabre Hauptspannungsbogen des Films. „Ich bin froh, dass mich die Streif am Leben gelassen hat“, sagt Grugger aufgeregt in die Kamera. Albrecht berichtet aufgewühlt: „Ich hätte sterben können.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung