Neu im Kino:

Herz aus Stahl

Der Kinofilm versucht, das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. Bei manchen Themen kann das nicht gelingen. Aber wenn David Ayer nun den Schrecken des Zweiten Weltkriegs aufzeigt, bewegt er sich zumindest näher an der Wahrheit als viele patriotische Helden-Epen.

Sony Pictures Logan Lerman (links) als Norman Ellison und Brad Pitt als "Wardaddy" im Kriegsfilm "Herz aus Stahl".

Eigentlich haben die Deutschen den Zweiten Weltkrieg schon lange verloren, aber Hitler verheizt seine Truppen weiterhin im sinnlosen Kampf. Der US-Army Sergeant Don „Wardaddy“ Collier (Brad Pitt) setzt alles daran, dass die Crew seines Panzers diese letzte, brutale Schlacht überlebt. Die Männer kämpfen schon seit langer Zeit Seite an Seite, gemeinsam haben sie den Schrecken Nordafrikas durchgestanden. Wenn sie nun durch Deutschland rollen, haben sie unterwegs schon viel von dem verloren, was sie einmal an Menschlichem auszeichnete. Dementsprechend schwer hat es der blutjunge Soldat Norman „Cobb“ Ellison (Logan Lerman), der einen Verlust in Colliers eingeschworenem Team ersetzen soll. Der Rekrut kennt zwar die Schreibstube, aber keinen Panzer von innen. Einen Menschen zu töten, erscheint ihm unvorstellbar. Collier beschleunigt mit brachialen Mitteln Normans schmerzhaften Erkenntnisprozess...

Mit diesen Helden will keiner tauschen

Als Drehbuchautor hat sich David Ayer bereits mit dem Zweiten Weltkrieg („U-571“) und anderen menschlichen Abgründen („Training Day“) auseinandergesetzt. In den Filmen des US-Amerikaners kommt die Action für gewöhnlich nicht zu kurz, so auch in seiner letzten Regiearbeit „Sabotage“ mit Arnold Schwarzenegger. Im Falle dieses Weltkriegsdramas war natürlich besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Das Schlachtengetümmel durfte keinesfalls zum unterhaltsamen Schusswechsel auf Videospielniveau verkommen. „Herz aus Stahl“ zeigt, anders als es der nicht ganz glücklich gewählte deutsche Titel vielleicht suggerieren mag, die hässliche Fratze des Krieges von ihren schlimmsten Seiten. Aus biederen Normalbürgern sind Tötungsmaschinen in einem Horrorszenario geworden. Helden: Fehlanzeige. Wer überleben will, kann sich keine weiße Weste leisten. Tolle Gesichter (u.a. Shia LaBeouf, Michael Peña oder Jon Bernthal aus „The Walking Dead“) transportieren das Trauma auf ganz unterschiedliche Weise. Am Ende wird er dann doch noch zelebriert, der Heldenmut. Aber egal ob Sieg oder Tod, mit diesen „Helden“ möchte schon lange niemand mehr tauschen.
 

Genre: Kriegsdrama

Verleih: Sony Pictures  

Bundesstart: 01. Januar 2015    

Mehr Infos unter:
www.herzaustahl-film.de

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