Neu im Kino:

Houston

Ulrich Tukur kommt in der letzten Zeit viel herum. Nach „Das Schwein von Gaza“ und „Exit Marrakech“ bereist der Charaktermime nun also die USA. Unter der Regie von Bastian Günther entstand mit „Houston“ eine gesellschaftskritische Suchtstudie.

Filmplakat: Houston.
Verleih Filmplakat: Houston.

Clemens Trunschka (Ulrich Tukur) steht in seinem Job vor einer echten Bewährungsprobe. Der Headhunter soll für ein großes deutsches Unternehmen einen neuen Vorstandsvorsitzenden gewinnen, keinen Geringeren als den führenden Manager eines Ölkonzerns aus Houston / Texas. Trunschka sieht den lukrativen Auftrag nicht nur als berufliche Herausforderung. Womöglich hilft ihm die neue Aufgabe ja dabei, den Ausweg aus seiner persönlichen Krise zu finden. Trunschka hängt an der Flasche, was seine Ehe und die Beziehung zu seinem Sohn bereits erheblich beschädigt hat. Und doch bekämpft er Leistungsdruck und Versagensängste nach wie vor mit Alkohol.

In Deutschland kommt der Headhunter nicht an sein Zielobjekt heran, deshalb muss er sich persönlich auf den Weg nach Houston machen. Doch auch vor Ort erweist es sich als außerordentlich schwierig, den gut abgeschirmten Manager zu kontaktieren. Auf seine Misserfolge reagiert Trunschka auf die einzige Art, die er kennt. Dann lernt der Deutsche seinen amerikanischen Kollegen Robert Wagner (Garret Dillahunt) kennen. Der auf eine etwas überdrehte Weise sehr freundliche und hilfsbereite Herr unterstützt seinen neuen Freund „Clem“ fortan nach Leibeskräften. Tatsächlich versprechen seine Tipps zunächst viel…

Tukur ist kein Mann der großen Gesten, seine Darstellung eines funktionierenden Alkoholikers fällt sehr dezent und auf traurige Weise glaubwürdig aus. Der Film erzählt unaufgeregt und über weite Strecken wortlos, die Bildgestaltung und die Musik definieren die untergehende Trunschka-Welt. Darüber hinaus zeichnet das leise Drama „Houston“ das ungeschminkte Porträt eines pervertierten Wirtschaftslebens, das die Menschen eiskalt und nach Belieben aufreibt, sie durchkaut, ausspuckt oder verschlingt. Auch wenn die abschließende Prämisse niemanden wirklich überraschen dürfte, so bleibt doch die Erinnerung an ein - vielleicht erst auf den zweiten Blick - vielschichtiges Werk. Es dürfte für manchen Zuschauer von persönlichem Wiedererkennungswert sein.    
 

Wertung:
Anspruch: 4
Spannung: 2
Action: 1
Humor: 1
Erotik: 0

Verleih: Farbfilm Verleih  
Bundesstart: 05. Dezember 2013  
Genre: Drama

Mehr Infos unter: www.farbfilm-verleih.de/filme/houston.html?

Weiterführende Links