Johnson-Preis vergeben:

Jan Koneffke erhält den Uwe-Johnson-Preis

Der Roman "Ein Sonntagskind" hat sich bei der Jury durchgesetzt. Der Autor erzählt eine spannende Geschichte über deutsche Geschichte.

Jan Koneffke mit seiner Ehefrau Moisescu bei der Preisverleihung im Neubrandenburger Regionalmuseum.
Heiko Brosin Jan Koneffke mit seiner Ehefrau Moisescu bei der Preisverleihung im Neubrandenburger Regionalmuseum.

Am Freitagabend war es soweit: Jan Koneffke erhielt in Neubrandenburg den mit 15000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Literaturpreis. Der Preis wird gemeinsam von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, dem Nordkurier sowie der Berliner Kanzlei Gentz und Partner vergeben.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Figur des Konrad Kannmacher, der als junger Mann 1944 zur Wehrmacht eingezogen wird. Aus dem Feigling Konrad wird ein Soldat, der sogar das Eiserne Kreuz bekommt. Nach dem Krieg erfährt sein Sohn lange Zeit nichts von den "Heldentaten" seines Vaters, der sich als linker Intellektueller und Philosoph in Westdeutschland etabliert. Erst nach dessen Tod  erhält der Sohn einen langen Brief seines Vaters von einem Freund, ein Brief, der ihm zeigt, dass sein Vater ein ganz anderer war als er bislang glaubte.

Laudator Peter Körte, von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, würdigte den Text als "literarische Porträtskizze einer Generation und ihrer eigentümlichen Verdrängungspraxis". Koneffkes Bücher zeigten viele Parallelen zu Johnsons Literatur. Beide Autoren böten dem Leser eine "Version, einen Zustand der Wirklichkeit".