SPD-Mann kritisiert Parteifreund Brodkorb:

Jetzt macht sich sogar Thierse fürs Rostocker Theater stark

SPD-Mann Thierse setzt sich für den Erhalt aller vier Sparten am Theater Rostock ein. Damit legt er sich allerdings gleichzeitig mit seinem Parteifreund Brodkorb an.

Protest für den Erhalt aller vier Sparten am Rostocker Theater. Jetzt hat sich auch Ex-Bundestagspräsident Thierse zu Wort gemeldet.
Bernd Wüstneck Protest für den Erhalt aller vier Sparten am Rostocker Theater. Jetzt hat sich auch Ex-Bundestagspräsident Thierse zu Wort gemeldet.

Im Streit um die Zukunft des Volkstheaters Rostock hat der Chef des SPD-Kulturforums, Wolfgang Thierse, Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) kritisiert. Der Alt-Bundestagspräsident forderte Brodkorb auf, die Entscheidungen zum Volkstheater noch einmal zu überdenken.

„Die Suche nach neuen Konzepten solle davon geleitet sein, die Attraktivität für die Stadt und die überregionale Ausstrahlung des Theaters zu stärken und nicht davon, es weiter zu reduzieren, ja letztlich kaputtzusparen“, heißt es in dem Brief.

Die Rostocker Bürgerschaft hatte am Mittwoch auf Betreiben von Brodkorb und Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) mit knapper Mehrheit weitreichende Strukturveränderungen am Volkstheater beschlossen. Unter anderem sollen Musik- und Tanztheater künftig mit anderen Bühnen kooperieren. Nach Ansicht von Kritikern ist dies letztlich das Ende des Vier-Sparten-Theaters, 80 der 270 Stellen im Theater seien bedroht. Die sozialdemokratische Kulturpolitik in Mecklenburg-Vorpommern werde langsam auch für die Bundespolitik zu einem Problem, schreibt Thierse. Auch in Vorpommern stemmen sich die Kommunen gegen Fusionspläne der Landesregierung.

Thierse sei eine herausragende Persönlichkeit der SPD, er beantworte dessen Briefe gerne und ausführlich, aber nicht öffentlich, reagierte Brodkorb. Die Theaterreform sei im Koalitionsvertrag von SPD und CDU festgeschrieben, wurde von zwei Parteitagen mit breiter Mehrheit verabschiedet und damit zum verbindlichen Handlungsauftrag für die Landesregierung. „Es gehört auch zur Demokratie, solche Mehrheitsbeschlüsse zu respektieren“, sagte Brodkorb. Nach Worten Thierses ist Kultur eine Pflichtaufgabe, die Sanierung von Haushalten dürfe nicht zu ihren Lasten gehen.

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