Schlagerkönigin Andrea Berg im Interview:

Jetzt muss sie Kraft sammeln

Andrea Berg (47) verordnet sich eine Auszeit. Im Interview spricht sie über private Schicksalsschläge und wie sie diese mit Hilfe der Musik verarbeitet.

Hinter Schlagersängerin Andrea Berg liegt ein aufregendes Jahr – mit Höhen und Tiefen.
Bernd Weißbrod Hinter Schlagersängerin Andrea Berg liegt ein aufregendes Jahr – mit Höhen und Tiefen.

Sie waren 2013 so präsent wie nie zuvor in ihrer 21-jährigen Karriere. Suchen Sie jetzt die Ruhe nach dem Sturm?

Dieses Jahr war sehr intensiv und äußerst ereignisreich – musikalisch ebenso wie privat. Anfang des Jahres haben wir noch mein 20-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Während ich dann Lieder für mein neues Album geschrieben habe, sind meine Schwiegereltern gestorben. Das war ein Schlag. Und vor wenigen Tagen der Bambi, den ich gemeinsam mit meiner Mutter entgegengenommen habe: Ein schöner Moment, der mich sehr zu Tränen gerührt hat.

Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

Ich denke, man kann meinen Liedern anhören, in welch einer Achterbahn der Gefühle ich unterwegs war und bin. Das Texten und Komponieren ist für mich auch ein Stück Verarbeitung. Das Leben erzählt seine Geschichten selbst. Meine Musik berichtet und lebt davon. Und das ist, glaube ich, der Erfolg. Meine Musik erzählt Geschichten aus dem Alltag, die jeder kennt, selbst erlebt hat oder zumindest nachvollziehen kann.

Erlebt der Schlager dadurch einen Boom?

Deutscher Schlager hat mit Sicherheit einen höheren Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Es ist Musik, die verstanden wird. Ich sehe das bei den Konzerten. Da kommen junge Leute, die sich mit der Musik identifizieren und einfach Spaß daran haben.

Warum ziehen Sie sich nun zurück?

Meine Tournee steht vor der Tür. Für sie gilt es, fit und vorbereitet zu sein. Darauf konzentriere ich mich nun. Ich lege vor jeder Tour fünf Wochen Pause ein. In dieser Zeit lerne ich Texte, mache Sport, verbringe Zeit mit meiner Familie und Freunden und genieße das Zuhause und Miteinander bei uns in Aspach. Das gibt mir Kraft für die anstehende Tour.

Sie werden bis zum Sommer unterwegs sein. Kommt die Familie dabei nicht zu kurz?

Wir haben den Terminplan so gestrickt, dass wir immer drei Auftritte hintereinander haben, und dann geht es für vier Tage nach Hause. Das ist zwar logistisch eine Herausforderung, aber es verhindert, dass wir vielleicht den Tourkoller kriegen. Zuhause werden wir alle geerdet, kommen wieder zurück auf den Boden. Wir können danach wieder besser durchstarten.

Ihre Tour trägt den Titel „Atlantis“. Warum?

Es ist eine Einladung, einzutauchen in eine Welt, die vom Wichtigsten erzählt: der Liebe. Es ist eine sehr aufwendige Show, die bereits im Vorfeld auf eine große Resonanz stößt. Wir haben schon mehr als 200 000 Karten verkauft.

 

Andrea Bergs „Atlantis“-Tour startet am 11. Januar in Erfurt. Weitere Termine sind unter anderem:

  • 16. Januar in Magdeburg
  • 19. Januar in Braunschweig
  • 31. Januar in Hannover
  • 1. Februar in Hamburg
  • 2. Februar in Schwerin
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