Märchenzeit im Theater:

Kleine Schauspieler bringen ihr Publikum gleich mit

Herbstzeit ist Märchenzeit. Allein die Vorpommersche Landesbühne bringt in den nächsten Wochen fünf Premieren an den Start. Das freut die Kinder, lohnt sich aber nicht wirklich.

Die Feuerwesen in der „Regentrude“ werden von Kindern der Anklamer Theatergruppe „Kinderland“ gespielt.
Matthias Diekhoff Die Feuerwesen in der „Regentrude“ werden von Kindern der Anklamer Theatergruppe „Kinderland“ gespielt.

Dass Selbstausbeutung für die Schauspieler und Studenten an der Vorpommerschen Landesbühne Anklam eine Selbstverständlichkeit ist, daraus wurde nie ein Hehl gemacht. Aber wenn dann über deren kleine Kollegen – die gerade das Stück „Die Regentrude“ einstudieren – gesagt wird, „sie bezahlen mit ihrem Spiel“, könnte man schon auf komische Gedanken kommen. Dahinter steckt aber eine ziemlich clevere Idee.

Die 23 Kinder der Theatergruppe „Kinderland“ sind sieben bis elf Jahre alt, stammen aus Anklam und Umgebung und treffen sich etwa ein Mal pro Woche. Bezahlen müssen sie dafür nichts, sagt die Regisseurin und Leiterin der Truppe, Vera Valtin. Dafür würden sie aber ihre neugierigen und zahlenden Klassenkameraden ins Theater locken. Somit ginge die Rechnung wieder auf.

Fünf brandneue Stücke

„Die Regentrude“ ist dabei nur eins von insgesamt sieben Angeboten für Kinder in den nächsten Wochen. Fünf Stücke sind brandneu. So feiern am Sonntag (26. Oktober) in der Zinnowitzer Blechbüchse „Die vier Stadtmusikanten“ Premiere, eine Woche später (2. November) in Anklam „Aladin und die Wunderlampe“ und am 9. November an gleicher Stelle „Die Regentrude“. Und schließlich gibt sich am 23. November auch noch „Der gestiefelte Kater“ im Landestheater Neustrelitz die Ehre und am 29. November liefern sich im Neubrandenburger Schauspielhaus „Hase und Igel“ ihr legendäres Rennen. Außerdem gibt es noch „Moritz in der Litfaßsäule“ und die Revue „Spiel mit mir“ des Fritz-Reuter-Ensembles.

10 000 Besucher erwartet

Bis auf die Regentrude und die Revue werden die Stücke allerdings von Schauspielern der Landesbühne und Eleven der Theaterakademie gespielt, die damit wie gewohnt auch auf Tour gehen. So werden fast alle Stücke früher oder später auch woanders gespielt. Insgesamt rechnet das Anklamer Theater mit 99 Vorstellungen bis zum Jahresende und rund 10 000 kleinen, aber zahlenden Besuchern.

Da allerdings fängt auch schon wieder die bereits erwähnte Selbstausbeutung an. Denn dass die beliebten Märchenaufführungen zum Jahresende ein nicht unbedeutendes finanzielles Standbein des Theaters wären, möchte dessen Sprecherin Martina Krüger nicht bestätigen. Dafür seien die kinderfreundlichen Eintrittspreise im Verhältnis zum Aufwand dann doch
zu gering.

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