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Kumpel, Charmeur und Geschäftsmann

Von den Fans heiß geliebt, von der Kritik eher argwöhnisch beäugt: Der gebürtige Anklamer Matthias Schweighöfer ist Deutschlands Spezialist für Gute-Laune-Filme. Eine Nahaufnahme.

Ein erfolgreicher Alleskönner: Matthias Schweighöfer.
Kay Nietfeld Ein erfolgreicher Alleskönner: Matthias Schweighöfer.

Frauen schwärmen für ihn. Männer würden gerne mal mit ihm um die Häuser ziehen. Matthias Schweighöfer ist einer der erfolgreichsten deutschen Filmstars – und wirkt trotzdem immer noch wie der nette Junge von nebenan.  Schweighöfer selbst stellt sich im Gespräch über seinen neuen Film „Der Nanny“ (Kinostart 26.3.) grinsend als „Megastar“ vor und schlägt vor, dass man sich gerne auch duzen kann.

Schon seit fast zwei Jahrzehnten ist Schweighöfer im Filmgeschäft. Er ist Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer einer eigenen Filmproduktionsgesellschaft. Und zusammen mit TV-Entertainer Joko Winterscheidt und zwei weiteren Freunden hat er ein eigenes Modelabel.

Auch am Filmset schätzt er ein familiäres Umfeld

Schwierige, anstrengende Themen wie Beziehungs- und Selbstfindungsprobleme oder im neuen Film „Der Nanny“ den Alltag der vernachlässigten Kinder eines geldgierigen Baulöwen will er witzig verpackt auf die Leinwand bringen. Da wird der hibbelige Regisseur, der kaum stillsitzen kann, auf einmal ernst. „Die Gratwanderung zwischen Tiefgang und Oberflächlichkeit ist sehr wichtig“, betont er. Und: „Je kommerziell erfolgreicher man ist, desto mehr Arthouse kann man sich leisten“, so der Produzent Schweighöfer.

Am Filmset schätzt Schweighöfer ein familiäres Umfeld. Deshalb dreht er am liebsten mit Schauspielern, mit denen er auch privat befreundet ist, wie zum Beispiel Milan Peschel, Florian David Fitz und Joko Winterscheidt. Arbeitszeit ist eben Lebenszeit. Und so viel Zeit wie nur möglich verbringt Schweighöfer natürlich mit seinen beiden Kindern.

Er ist der Sprössling einer Schauspieler-Familie

Der mit seiner Familie in Berlin lebende Schweighöfer wurde am 11. März 1981 in Anklam geboren und stammt aus einer echten Schauspieler-Familie. Vater Michael Schweighöfer spielt am Deutschen Theater Berlin. Mutter Gitta Schweighöfer ist auf der Theaterbühne ebenso zu Hause wie bei Film und Fernsehen. Und Beide sind in kleinen Rollen auch immer wieder in den Kinofilmen ihres Sohnes zu sehen.

Schweighöfer wuchs nach der Trennung seiner Eltern in Frankfurt (Oder) und Chemnitz auf. Sein Kinodebüt gab er mit 16 Jahren in Andreas Dresens „Raus aus der Haut“. Im Jahr 2000 ließ er sich als Ben in „Verbotenes Verlangen – Ich liebe meinen Schüler“ von seiner Lehrerin verführen und bekam dafür den Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises. Die Ausbildung an der Berliner Schauspielschule Ernst Busch brach Schweighöfer ab – und drehte lieber den Film „Soloalbum“, mit dem ihm 2003 der Durchbruch gelang.

Ein echter Pedant am Filmset

Nicht nur in komischen Rollen überzeugt der Schauspieler. Viel Lob erhielt Schweighöfer für seine Darstellung im TV-Film „Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki“ (2009) über das Schicksal des jüdischen Literaturkritikers. Auch als leidenschaftlicher „Schiller“ (2005) im gleichnamigen Fernsehfilm zog er die Zuschauer in seinen Bann.

Am Filmset sei er ein echter Pedant, erzählt der ehrgeizige Regisseur, der in „Der Nanny“ dieses Mal nicht den Herzensbrecher, sondern einen fiesen Bauspekulanten spielt. Doch natürlich wird auch diese Filmfigur zum Schluss zum Guten bekehrt. Denn auf eins kann man sich bei einem Schweighöfer-Film verlassen: Es gibt immer ein Happy End.