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Lanz mit „Wetten, dass..?“so schlecht wie nie

Jodelnde Stars und ein recht souveräner Moderator konnten den Absturz nicht abwenden. Auch ein tiefer Griff in die DDR-Mottenkiste haben daran nichts geändert.

Schauspieler Elyas M‘Barek (hinten) und Moderator Markus Lanz (rechts) überwachen die Wette von Maggy Janoschka und Christian Deutz mit ihren Mobiltelefonen.
Jan Woitas Schauspieler Elyas M‘Barek (hinten) und Moderator Markus Lanz (rechts) überwachen die Wette von Maggy Janoschka und Christian Deutz mit ihren Mobiltelefonen.

Es ist vertrackt: „Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz kam bei den Fans der Show so gut an wie schon lange nicht mehr, aber seine Zuschauerzahl war so schlecht wie noch nie. Nur 6,55 Millionen schalteten am Samstagabend die ZDF-Show aus Halle an der Saale ein. Dabei schien Lanz nach neun Ausgaben von „Wetten, dass..?“ seinen Platz auf dem ZDF-Showdampfer gefunden zu haben und hatte mit Miley Cyrus, Sting und Céline Dion sogar echte Weltstars an Bord. Der 44-Jährige leistete sich nur wenige peinliche Momente und brachte seine prominenten Gäste zum Jodeln oder zumindest zum Singen. Kleiner Patzer: Einmal sprach er in Halle von seinem „Publikum in Leipzig“.

Trabi-Transport als Stadtwette

Lanz wies zu Beginn der Sendung darauf hin, dass die Sendung aus Halle am 24. Jahrestag des Mauerfalls ausgestrahlt wurde. Prompt griffen er und die Redaktion später tief in die DDR-Mottenkiste: Der Südtiroler bot an, zwei Zuschauer der Sendung nach Hause zu fahren, sollte er die Stadtwette verlieren. Und als Transportmittel musste natürlich ein Trabant herhalten. Lanz verlor, weil rund 1000 Hallenser auf dem Marktplatz auf 250 Quadratmetern die Silhouette des berühmten gelben Pullis füllten, den einer der bekanntesten Söhne der Stadt zu seinem Markenzeichen gemacht hatte: Hans-Dietrich Genscher.

Facebook-User waren begeistert von der Show

Ob das Quotentief zu Konsequenzen für Lanz führt, bleibt abzuwarten. ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte die Messlatte für einen Erfolg ursprünglich bei acht Millionen Zuschauern angelegt. Immerhin war das Echo bei Sozialen Medien besser als nach den letzten vorangegangenen Ausgaben.

„Bis jetzt die beste Sendung, alles Super tolle wetten“, schreibt eine „Facebook“-Userin. „Echt tolle Show diesmal! Ein gelungener Fernsehabend für die ganze Familie!! Danke!!!“ und „Markus, mach weiter so.“ lauten andere Einträge auf der „Facebook“-Seite der Sendung. Ablehnende Stimmen wie „Wie kann man nur so den Bach runtergehen?“ gab es mal wieder zur Genüge, sie prägten aber am Tag nach der Show nicht das Gesamtbild.