Saison auf Hafenbühne Usedom ist eröffnet:

"Linie 1" feiert grandiose Premiere

Im neunten Jahr der Hafenbühne Usedom wagt Stamm-Regisseurin Birgit Lenz den Wechsel vom Osten in den Westen. Nach Kultklassikern von Strahl und Brussig geht es mit dem Musical "Linie 1" nun nach Westberlin.

Einer der Höhepunkte von "Linie 1" - die Wilmersdorfer Witwen: Agatha (Rainer Karsitz), Kriemhild (Johannes Langer), Martha (Torsten Schemmel),Lotti (Martin Petschan). Foto: Martina Krüger
Martina Krüger Einer der Höhepunkte von "Linie 1" - die Wilmersdorfer Witwen: Agatha (Rainer Karsitz), Kriemhild (Johannes Langer), Martha (Torsten Schemmel),Lotti (Martin Petschan).

Drei Zugaben müssen es sein. Drei Zugaben fordert das begeisterte Publikum. Und drei Zugaben bekommt es auch von den Darstellern des Musical "Linie 1". Selbst wenn einige der Schauspieler nach fast drei Stunden intensivem, schnellem Spiel am Ende der Kräfte scheinen, genießen sie am Samstagabend auf der Usedomer Hafenbühne den Applaus des Publikums. Wer genau hinhört, vernimmt auch den einen oder anderen Stein vom Herzen fallen. Das ist natürlich immer so bei einer Premiere.

Allerdings ist "Linie 1" für Regisseurin Birgit Lenz und ihr Team nicht nur irgendeine von mittlerweile neun Hafenbühnen-Premieren. Nein, sie wagt auch den großen Schritt vom Osten in den Westen. Bislang konnten sich die Anklamer Theater-Macher darauf verlassen, dass die Ost-Klassiker von Rudi Strahl und Thomas Brussig, gemixt mit deutsch-deutschen Hits sowie versehen mit einem Schuss ABV-FDJ-FDGB-Ostalgie zuverlässig ankamen beim Publikum. Mit "Linie 1" führt Birgit Lenz die Zuschauer nun aber ins Westberlin der 80er Jahre, auf unbekanntes Terrain sozusagen - zumindest wenn sie aus der ehemaligen DDR kommen. Erzählt wird die Geschichte des Mädchens, das in der Großstadt den angebeten Rockstar Johnnie sucht. Lotta Hackbeil spielt die Rolle überzeugen, die Wandlung des Mädchens hin zur jungen Frau, die ihre wahre Liebe über Umwege findet.

Das Wagnis des Ausflugs über die Berliner Mauer lohnt sich. "Schon die vergangenen Jahre waren sehr gut. Jetzt ist es aber noch einmal ein Stück besser", meint eine Stammbesucherin zum Finale.

"Linie 1" läuft bis zum 27. August. Nächste Vorstellungen: 30. Juni, 2., 7., 9., 11 Juli, jeweils 19.30 Uhr. Karten unter Tel. 03971208925 

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