Fluch des Wilden Westens:

Lone Ranger

Wild West-Romantik, Humor, Romantik und die Überdosis Action – der neue Film von Gore Verbinski hat alles, was sich der Freund abenteuerlichen Kinos wünscht.

Verleih

Regisseur Gore Verbinski, Produzent Jerry Bruckheimer und Schauspieler Johnny Depp haben gemeinsam drei der vier Filme der „Fluch der Karibik“-Reihe gemacht, deren erster Teil wirklich gut war, und damit Milliarden umgesetzt. Verbinski strich nach Teil 3 die Segel und inszenierte mit dem Animationsfilm „Rango“ den wohl originellsten Western aller Zeiten. Dabei hat der Filmemacher anscheinend Blut geleckt. Deshalb darf „Rango“-Sprecher Johnny Depp nun noch einmal leibhaftig im Wilden Westen herumblödeln, bevor er als Captain Jack Sparrow zum fünften Mal auf Beutefang geht. Die Western-Action-Komödie „Lone Ranger“ basiert auf Hörspielen und Fernsehproduktionen, die bereits vor 80 Jahren ihren Anfang nahmen und zeitweise zum Straßenfeger avancierten.

John Reid (Armie Hammer) verschlägt es aus der großen Stadt dorthin, wo bald die Eisenbahn den Osten und den Westen der Vereinigten Staaten miteinander verbinden soll. Der Mann des Gesetzes ist voller Tatendrang und unerschütterlich in seinem Glauben an das Recht, wird vor Ort aber schnell eines Schlechteren belehrt. Schon vor seiner Ankunft wird er von Gangstern überfallen und in Ketten gelegt. Bei dieser Gelegenheit schließt er die Bekanntschaft eines kapriziösen Indianers namens Tonto (Johnny Depp), der sich schon bald als sein bester Freund erweisen wird. Das Land leidet unter der Terrorherrschaft des Outlaws Butch Cavendish (William Fichtner) und seiner Bande. Der Gangster ist dafür bekannt, dass er gern Körperteile seiner Opfer als Snack zu sich nimmt. Auch der junge John Reid und sein Bruder Dan (James Badge Dale), ein engagierter Ranger, fallen Cavendish zum Opfer. Es ist das legendäre Seelenpferd, das Einspruch gegen Johns Ableben erhebt. Als maskierter Lone Ranger entsteigt er seinem Grab und schwingt sich zum Rächer aller Rechtschaffenen auf. Immer an seiner Seite: der Indianer mit dem toten Vogel auf dem Kopf. Da wird auch dem skrupellosen Eisenbahnpionier Latham Cole (Tom Wilkinson) langsam mulmig…

An den US-amerikanischen Kinokassen blieb „Lone Ranger“ hinter den Erwartungen zurück. Dabei ist der Film zwar mit 149 Minuten deutlich zu lang geraten – vor allem die Rahmenhandlung hätte man sich sparen können - aber ansonsten sehr unterhaltsam. Hauptdarsteller Armie Hammer erweist sich als strahlender neuer Filmstar. Er besteht mühelos an der Seite eines Johnny Depp, der allzu viele Eigenarten des Jack Sparrow auf seinen Tonto überträgt. Die Actionsequenzen werden hemmungslos, aber durchaus wirkungsvoll auf die Spitze getrieben und mit einem interessanten Soundtrack unterlegt. Die Western-Optik ist schlichtweg grandios. Eine Altersempfehlung lässt sich allerdings nur schwer aussprechen. Zwar ist der Humor auf ein sehr junges Publikum zugeschnitten, aber einzelne Szenen brutaler Gewalt gehen selbst Erwachsenen an die Nieren. 

Irgendwann in diesem Film fährt ein Zug durch die Prärie und eine riesige Büffelherde kreuzt seinen Weg. Ach ja, so atemberaubend war das Panorama im Wilden Westen ja tatsächlich. Wie schön wäre mal wieder ein echter Western über diese bewegte Zeit, wiederauferstanden durch die neuste Technik, aber ohne überflüssigen Krawall und Klamauk.

Anspruch: 0
Spannung: 3
Action: 5
Humor: 3
Erotik: 0

Filmstart: 08. August 2013

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