600 Gäste bei 43. Neubrandenburger Konzertnacht:

Mächtig gewaltig - viel Applaus für Mammut-Konzert

Mahler und Malzew - das erwies sich als glückliche Fügung der 43. Konzertnacht. Das Thema Anfang und Ende zog sich durch den ganzen Abend. Und sogar Helene Fischer tauchte plötzlich auf!

Volles Haus mit rund 100 Musikern: Die Neubrandenburger Philharmonie spielt zusammen mit der "jungen norddeutschen philharmonie" Gustav Mahlers 6. Sinfonie.  Foto: Wilhelm
Wilhelm Volles Haus mit rund 100 Musikern: Die Neubrandenburger Philharmonie spielt zusammen mit der "jungen norddeutschen philharmonie" Gustav Mahlers 6. Sinfonie. 

Das Ende der 6. Sinfonie von Gustav Mahler stand symbolhaft für die gesamte 43. Konzertnacht. Die letzten Töne des vierten Satzes der "Tragischen" waren verklungen. Dirigent Stefan Malzew und 100 Musiker verharrten gleichermaßen reglos wie die mehr als 600 Besucher in der Neubrandenburger Konzertkirche. Man hätte ein Streichholz fallen hören. Mehr als zehn Sekunden Stille - dann ein kurzes Kopfnicken von Malzew und der erste Mutige klatschte. War das nun schon das Ende, fragten sich viele im Saal? Die Antwort: Es gibt auch nach dem Ende dieser Mammut-Sinfonie, die mehr als 80 Minuten währt und noch dazu "Die Tragische" genannte wird, wieder einen Anfang. So wollten denn auch die Neubrandenburger Philharmonie und die "junge norddeutsche philharmonie" (jnp) das Publikum  nicht mit der schweren Mahler-Sinfonie in den noch jungen Sonntag entlassen. Zum Abschluss folgten das berühmte "Air" von Bach und danach minutenlanger rhythmischer Beifall. Was kann man als Musiker mehr erwarten als Lohn für eine wieder einmal grandiose mehr als fünfstündige Reise durch das musikalische Universum zwischen Mahler und Mozart, Liszt und Hindemith.

Helene Fischer "bedient" sich bei Barock-Komponisten

Am Ende hatte Malzew sein Publikum von seiner These zum Thema des Abends "Von Anfang und Ende" überzeugt. "Es gibt kein Ende, davon bin ich überzeugt!" Selbst nach unserem Tod werden unsere Teilchen wieder in anderer Materie aufgehen, nicht zuletzt wenn sie vom Bachschen "Air" wie vom Winde verweht werden. Apropos Metaphern und Parallelen: Malzew erwies erneut als professioneller Vermittler von Musik und Musikgeschichte. Nach einer Darbietung des "United Continuo Ensemble", das auf historischen Instrumenten italienische Musik des 16. und 17. Jahrunderts interpretiert, trällerte Malzew einen Takt aus dem gerade Gehörten. "Na, erkennen Sie die Melodie", fragte er schelmisch lächelnd das Publikum. Schulterzucken. Malzew klärte das Rätsel selbst auf und sang "Atemlos, durch die Nacht ..." Alles lachte. Wahnsinn, Helene Fischer hat das Thema ihres Hits von einem italienischen Barockmusiker "geklaut".

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!