42. Neubrandenburger Konzertnacht:

Malzew präsentiert wieder einmal grandiose Konzertnacht

Das große Thema des Abends in der Konzertkirche waren die Geister. Ausgerechnet der erste deutsche Kosmonaut im All, Sigmund Jähn, sollte die Fragen klären, ob es diese Wesen möglicherweise im Himmel gibt.

Volle Kapelle: Stefan Malzews "Whakarongoa Turituri" wurde mit Unterstützung der Schweriner Singakademie und des Opernchores des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin aufgeführt. Foto: Frank Wilhelm
Frank Wilhelm Volle Kapelle: Stefan Malzews "Whakarongoa Turituri" wurde mit Unterstützung der Schweriner Singakademie und des Opernchores des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin aufgeführt.

Über die 42. Neubrandenburger Konzertnacht lässt sich Vieles berichten. Wo anfangen? Vielleicht bei dem Mann, der diese einmalige Veranstaltungenreihe vor elf Jahren aus der Taufe gehoben hat: Generalmusikdirektor Stefan Malzew bewies sich dieses Mal erneut als Multi-Talent. Er entwickelte nicht nur das Programm zum Thema "... die Geister, die ich rief ...", durch das er zudem in bewährter, lockerer Art und Weise führte. Mit seinem chorsinfonischen Werk zeigte er zudem wieder einmal seine Qualitäten als Komponist.

Sigmund Jähn müsste es doch wissen

Höchstes Vergnügen bereitete es Meister Malzew auch, zusammen mit dem russischen Piano-Virtuosen Roustem Saitkoulov ein vierhändiges Klavierstück von Johannes Brahms zu interpretieren. Schließlich erwies sich Malzew wieder einmal als witziger Moderator und Welterklärer - dieses Mal in Sachen Seele und Geist, Wahnsinn und Musik. Kurz vor der Konzertnacht hatte er sogar das Kosmonauten-Idol Sigmund Jähn befragt. Der erste Deutsche im All war Ehrengast bei den zeitgleich laufenden Raumfahrttagen und müsste als Weltraumreisender wissen, ob es ein himmlisches Leben nach dem Tod gibt. "Sigmund Jähn hat ausweichend geantwortet, ob es da oben mehr als nur Sterne gibt", meinte Malzew. Ach ja, ganz "nebenbei": Drigiert hat Malzew auch noch. Und zwar eine glänzend aufgelegte, spielfreudige Philharmonie. Hervorzuheben unter den vielen Könnern: Soloflötistin Annette Werner-Wildenhain glänzte bei ihrem Part in "Daphnis et Cloé".

Kulturpolitik in den Pausen-Gesprächen

"Wir kommen vor allem wegen Malzew", sagte Strasburgs Bürgermeister Norbert Raulin, der mit seiner Frau schon mehrere Konzertnächte erlebt hat. Offensichtlich werden die strittigen Vorgänge um die Nichtverlängerung von Malzews Vertrag durch den Theater- und Orchester-Aufsichtsrat auch in der uckermärkischen Kleinstadt registriert. Er verstehe nicht, wie die Neubrandenburger einen solchen Mann ziehen lassen, meinte Raulin: "Man sollte den Aufsichtsrat bei jedem Malzew-Konzert in die erste Reihe setzen."

Die Zeit der Konzertnächte neigt sich dem Ende entgegen. Im März und Mai wird 2015 es noch zwei dieser musikalischen Mammut-Veranstaltungen geben. Im Juli verlässt Malzew Neubrandenburg. Intendant Joachim Kümmritz geht davon aus, dass ein neuer Generalmusikdirektor eigene Akzente setzen wird.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung