Neu im Kino:

Mission Impossible - Zum fünften Mal

Schillernde Charaktere und komplizierte Geschichten sind von den meisten Actionfilmen nicht zu erwarten. Im fünften Teil setzt auch "Mission: Impossible – Rogue Nation" ganz auf Stunts. Der Held ist nun aber auch eine Frau.

Tom Cruise ist auch im fünften Teil von "Mission Impossible" der Star.
Franck Robichon Tom Cruise ist auch im fünften Teil von "Mission Impossible" der Star.

Im fünften Teil der Actionreihe um den amerikanischen Top-Agenten Ethan Hunt und sein unbesiegbares Wunderteam bleibt die Welt, wie sie schon vor 20 Jahren beim Start der Serie war: Ganz gut und ganz böse. Dieses Mal gilt es, einen "Schurkenstaat" namens "Syndicate" - eine wortkarge Gang mit optischem Hang zu prorussischen Separatisten - zu besiegen. Das Problem ist, dass die Mission Impossible Force (MIF) auf Drängen der CIA aufgelöst wurde - und sich Tom Cruise alias Hunt nun umso schwerer gegen seinen heiseren, psychopathischen Konterpart (Sean Harris) und dessen Bösewichte behaupten kann. In Marokko, London und nicht zuletzt in Wien gedreht, reihen sich die Stuntszenen zu einem vorhersehbaren Verlauf aneinander.

Zu einer besonderen, wenngleich makabren Ehre kommt der österreichische Bundeskanzler. Das "Syndicate" will ihn beim Besuch der Wiener Staatsoper töten. Im rauschhaften Schluss der Arie "Nessun Dorma" ("Keiner schlafe") der Puccini-Oper "Turandot" sollen die tödlichen Schüsse fallen. Der Aufwand, den die Gangster dafür betreiben, erinnert eher an ein mögliches Attentat auf einen US-Präsidenten.

Neues elektronisches Sicherheitssystem

So wunderbar blass und abgearbeitet, wie ein dauergestresster Agent einfach sein muss, kann im MIF-Team besonders Jeremy Renner ("Tödliches Kommando - The Hurt Locker") als William Brandt überzeugen. Alec Baldwin als CIA-Direktor möchte diabolisch wirken, aber das will ihm nicht so recht gelingen. Rebecca Ferguson als Undercover-Agentin Ilsa Faust ist ein starkes Signal an alle Drehbuchschreiber: So überzeugend können Frauen Männer aus höchster Not retten - zum Beispiel wenn Cruise unter Wasser beim Knacken eines vielfach gesicherten Computers "schon" nach drei Minuten die Luft ausgeht.

Das Eindringen in Computer-Systeme hat "Mission: Impossible – Rogue Nation" als dramaturgischen Standard etabliert. Dieses Mal sind die Räume nicht nur per Fingerabdruck, Iris- und Spracherkennung gesichert, sondern eine Todesmaschine überwacht auch noch das Gangbild desjenigen, der es wagt, den Computerraum zu betreten. Ein Stolperer - und "Peng".

Die 130 Minuten in der Regie von Christopher McQuarrie sind nicht immer fesselnd, haben aber auch hübsche Momente. Bei der Flucht mittels Tau aus der von der Polizei umstellten Wiener Staatsoper etwa stellt sich plötzlich eine unaufgeregte Leichtigkeit zwischen Cruise und der 31-jährigen Schwedin Ferguson ein. Die gelassene Haltung erinnert an die Formel eines alten Machos und genialen Autoren: "Grace under pressure" (Anmut unter Druck) hat Ernest Hemingway einst empfohlen. Gerne mehr davon, sollte es einen sechsten Teil geben.

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