Daumen hoch oder runter? :

Das halten unsere Leser wirklich vom Nacktbaden

Schon viel wurde über FKK gesprochen und geschrieben, aber das Thema erhitzt noch immer die Gemüter. Auch die Meinungen unserer Leser gehen dazu weit auseinander.

Einen Geheimtipp hat unser Leser Hans-Jürgen Jablonski: den Strand am Südufer des Lanzsees bei Altstrelitz.
Hans-Jürgen Jablonski Einen Geheimtipp hat unser Leser Hans-Jürgen Jablonski: den Strand am Südufer des Lanzsees bei Altstrelitz.

FKK – ja oder nein? Unter dieser Überschrift waren unsere Leser aufgefordert, ihre Meinung zu sagen. Und das haben sie getan, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. So schreiben Christiane und Thorsten Mueller aus Neubrandenburg unter anderem: „Wir sind total gegen FKK. Dieses Betreiben geht doch nur von den Männern aus, die ihre Potenz zur Schau stellen und nackte Frauen sehen wollen. Denn wenn die Männer sich so präsentieren, haben sie auch die Möglichkeit, die Frauen so zu sehen, was ja der Grund ist. (…) Jemand mit Badebekleidung, der weiß doch gar nicht, wo er hinschauen soll. Da möchte man Natur, Strand, das Wasser genießen, aber da läuft wieder ein Nackter, also muss man den Blick senken und nach unten schauen, sonst heißt es: Schau mal den, der sieht nur zu den Nackten, ist wohl ein Spanner.“ Daher fordern beide: „Im Binnenland kein FKK!“

„FKK – Ja“ meint dagegen Birgit Naumann. „Ich habe den Anblick nackter Menschen an Stränden nie als unangenehm empfunden; wir alle wissen, wie Menschen aussehen, und was als schön empfunden wird, liegt im Auge des Betrachters. In Deutschland wird viel zu viel reglementiert, können wir bald nicht mal mehr diese kleinen Freiheiten genießen, ohne Gefahr zu laufen, gegen irgendeine Weisung zu verstoßen?“

„Ich meine, derjenige, der es mag, soll es machen. Für die anderen gibt es Textilstrände“, findet E. Schüler aus Rossow und hätte da auch schon eine Idee aus Schweden mitgebracht, falls sich der Strand zu nah an einer Ortschaft befinden sollte: „Das Land, das für seine Freizügigkeit bekannt ist, stellt an Stränden nahe eines Dorfes Schilder auf, die das FKK-Baden unter Androhung einer Geldstrafe verbieten. Warum ist das hier nicht möglich? Muss aus allem eine Staatsaktion gemacht werden?“

Der Westen gab sich prüde – war es aber gar nicht

Irgendwie schon, denn FKK ist so eine Sache, bei der sich die Geister und Systeme in Ost und West offenbar etwas geschieden haben. Wenn auch nur auf den ersten Blick. So schreibt W. Witte: „Gerade die Westdeutschen haben sich über FKK im Osten moniert. Wo aber gab es schon lange offen an jedem Kiosk Sexzeitungen, Bordelle, Erotikbars, Stundenhotels und Peepshows? Im lockeren Westen. Die Ossis sind da lieber an die FKK-Strände gefahren, weil es auch gesund ist und es ist nicht so erotisch wie am Textilstrand, wo die weiblichen Wesen im Bikini oder Badeanzug rumlaufen. Unsere Kinder sind bis zehn Jahre nackend an den Strand gegangen, nach der Angleichung 1989 sieht man Drei- und Fünfjährige mit Badesachen am Strand, obwohl es sehr ungesund ist, mit den nassen Sachen rumzulaufen.“

Dieter Seidel kann dem nur widersprechen. Er hat zwar bis zur Wende in Westberlin gelebt, bei Besuchen in der ehemaligen DDR habe er jedoch festgestellt, dass man dem Nacktbaden gegenüber durchaus konservativ eingestellt war. Aber vielleicht habe er auch nur die falschen Leute getroffen. Aus eigener Erfahrung weiß er jedoch, dass es auch in der alten BRD Möglichkeiten gab, um sich am Strand ganz frei zu machen. „Für die Bundesrepublik kann ich nur für Sylt sprechen. Dort habe ich schon als 14- oder 15-Jähriger zusammen mit anderen Jungen meines Alters ohne Badehose in der Nordsee gebadet. Später, als ich viele Jahre mit meiner Familie auf Sylt meinen Urlaub verbrachte, gehörte das Nacktbaden einfach dazu.“

Ein klares Bekenntnis auch von Klaus Pietler aus Zinnowitz: „Meine Frau und ich sind seit 1963 FKKler und wohnen zwischenzeitlich auch auf der Insel Usedom und Baden immer noch nackt. Außerdem sind wir Ganzjahres-Ostseebader und gehen jeden Morgen nackt in die Ostsee. (…) Wir erleben es manchmal auch, dass man uns schief ansieht, aber das kümmert uns wenig, denn wir sind aus Überzeugung Nacktbader!“

Wer aber einen schönen, ungestörten Strand bevorzugt, für den hat Hans-Jürgen Jablonski einen Tipp: „Ein solcher Strand ist das Südufer des Lanzsees bei Altstrelitz. Von Altstrelitz in Richtung Fürstensee auf halber Strecke links zum Waldparkplatz einfahren. Es ist ein gepflegter, kinderfreundlicher Strand mit Spielgeräten, einem kleinen Sprungturm und auch eine große Liegewiese befindet sich dort.“ Na, wenn das keine Empfehlung ist.

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