Interview mit Andreas Schulz:

Nordkurier-Sinfoniker freuen sich auf Neubrandenburg

Am 3. Dezember ist es soweit: Das Junge Sinfonieorchester Berlin gastiert auf Einladung des Nordkurier in der Konzertkirche zu zwei Konzerten mit der Nussknacker-Suite. Andreas Schulz steht nicht nur am Pult. Er hat das Ensemble auch gegründet.

Der 33 Jahre alte Andreas Schulz dirigiert das Junge Sinfonieorchester.
JSO Berlin Der 33 Jahre alte Andreas Schulz dirigiert das Junge Sinfonieorchester.

Haben Sie mit dem Jungen Sinfonieorchester schon einmal in der Neubrandenburger Konzertkirche gespielt?

Nein, leider nicht. Aber ich habe schon einmal in die Kirche reingeschaut. Der Gesamteindruck ist natürlich toll. Ich kenne etliche Konzertsäle. Dass ein Saal in eine alte Kirche gebaut wurde, ist aber einmalig.

Wann werden Sie das erste Mal mit ihrem Orchester in der Konzertkirche proben können?

Leider erst am Vormittag des Konzertes am 3. Dezember.

Ist das nicht problematisch?

Nein, wenn wir in unbekannten Konzertsälen spielen, ist das eigentlich gängige Praxis. Ich gehe davon aus, dass die Akustik in der Konzertkirche stimmt, sodass es keine Probleme geben wird. Ich halte es bei Proben oft so, dass ich das Orchester spielen lasse und in die Zuschauerränge gehe, um zu hören, wie es klingt. Auf dem Programm stehen die Nussknacker-Suite und eine weitere Sinfonie – entweder die „Rheinische“ von Robert Schumann, die „Italienische“ von Felix Mendelssohn Bartholdy oder aber die Sinfonie Nummer 2 von Johannes Brahms.

Gehören diese Stücke zu ihrem festen Repertoire?

Im vergangenen Jahr hatten wir keine der genannten Sinfonien im Programm. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass wir für ein einzelnes Konzert neue Stücke einstudieren. In der Regel benötigen unsere Musiker, weil es alles junge Leute sind, etwas mehr Vorlauf als professionelle Musiker. Sie bekommen ihre Noten einige Wochen vor dem Konzerttermin, um ihren Part einzuüben. Etwa zwei Wochen vor dem Konzert treffen wir uns zu den Kennenlernproben, später zu den Registerproben, also dem Training für die einzelnen Instrumentengruppen. Vier Tage vorher beginnen die Endproben mit dem kompletten Orchester.

Wer darf überhaupt bei Ihnen mitspielen?

Unser Orchester ist eine bunte Mischung von jungen Frauen und Männern zwischen 14 und 27 Jahren. Bei uns spielen Musikstudenten, die insbesondere unserer starken Bläser- und Streichergruppe Qualität geben. Hinzu kommen junge Leute vom Musikgymnasium, die kurz vorm Musikstudium stehen. Schließlich Lehramtsstudenten, die später einmal als Musiklehrer arbeiten werden. Gemeinsam ist uns, dass der Spaß am Entdecken im Vordergrund steht. Darauf sind wir einfach gierig. Neben dem abendlichen Konzert gibt es am Nachmittag auch ein Kinderkonzert.

Brauchen wir mehr Nachwuchs im Publikum klassischer Konzerte?

Auf jeden Fall. Wichtig ist es, für diese Altersgruppe einen unbeschwerten Zugang zur Musik zu schaffen und den Kindern die Berührungsängste zu nehmen. 

Wie wollen Sie das bei der Nussknacker-Suite schaffen?

Mit unserem Moderator Juri Tetzlaff, den viele Kinder und Jugendliche garantiert vom Kindersender Kika kennen. Er hat die Gabe, junge Leute auf lockere Art und Weise an klassische Musik heranzuführen. Wir haben schon etliche vergnügliche Konzerte gemeinsam bestritten. So werden wir uns auch beim Kinderkonzert in Neubrandenburg die Zeit nehmen, Takte und Themen der Nussknackersuite nach und nach zu erklären. Ich bin mir sicher, dass das auch für den ein oder anderen Erwachsenen interessant sein dürfte.

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