Das digitale Buch hat es noch schwer:

Nur jeder Fünfte greift zum E-Book

Am Sonntagnachmittag auf der Couch lümmeln und mal wieder einen guten Roman lesen – auf einem E-Reader? Für viele Menschen ist diese Vorstellung noch unbehaglich. Aber die Zahl der Leser steigt, die in den Geräten eine Alternative zum klassischen Buch sehen.

Die Lesegeräte sind handlich, zweifellos praktisch und können eine kleine Bibliothek fassen. Aber sie fühlen sich einfach nicht an wie ein Buch, wenden viele Leser ein.
Frank Rumpenhorst Die Lesegeräte sind handlich, zweifellos praktisch und können eine kleine Bibliothek fassen. Aber sie fühlen sich einfach nicht an wie ein Buch, wenden viele Leser ein.

Jeder fünfte Bundesbürger liest digitale Bücher. Unter der lesenden Bevölkerung – dazu gehören drei Viertel aller Deutschen – nutzen 29 Prozent E-Books. Mehr als 70 Prozent wollen aber vom E-Book nichts wissen. Dies geht aus einer jetzt veröffentlichten Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom hervor. Zugleich wird das Internet zunehmend zum Einkaufsplatz für Lesestoff. Im vergangenen Jahr hätten 21,1 Millionen Menschen in Deutschland Bücher, Zeitungen und Zeitschriften online bestellt, berichtete das Statistische Bundesamt.

Unter den E-Book-Verweigerern kann sich ein gutes Viertel (27 Prozent) vorstellen, künftig auch zum digitalen Buch zu greifen. Viele (48 Prozent) wollen die sinnliche Wahrnehmung des Papiers nicht missen, genauso vielen (47 Prozent) ist der Preis der E-Book-Reader zu hoch. 43 Prozent mögen auch nicht auf dem Bildschirm lesen.

Bitkom hat in der repräsentativen Studie Ende August 2500 Menschen ab 14 Jahren nach der Nutzung von E-Books befragt. E-Books werden kommende Woche auch ein zentrales Thema auf der Frankfurter Buchmesse sein.

Leichte Verfügbarkeit ist ein Pluspunkt

Von den E-Book-Nutzern kaufen fast zwei Drittel ihre Bücher auf den Webseiten von Online-Buch-Shops. Gelesen werden die meisten digitalen Bücher immer noch auf dem Computer. 77 Prozent nutzen dafür PC, Notebook oder Netbook. Erst mit viel Abstand folgen Tablet Computer (21 Prozent) und spezielle E-Reader (18 Prozent), die meist ein angepasstes Display und deutlich längere Akkulaufzeiten haben. Hauptgrund für die Nutzung von E-Books ist deren leichte Verfügbarkeit.

In der Umfrage sagen zwei Drittel der digitalen Leser, dass sie noch nie ein Buch illegal erworben haben. Sechs Prozent räumen das ein. Etwa ein Viertel hüllt sich in Schweigen. „Es gibt eine hohe Dunkelziffer“, meinte dazu Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Im Jahr 2012 bestellten 21,1 Millionen Menschen in Deutschland Bücher, Zeitungen und Zeitschriften online, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Seit 2007 sei die Zahl der Internet-Buchkäufer um 4,4 Millionen gestiegen. Etwa jeder vierte Käufer war 2012 zwischen 35 und 44 Jahre alt, der Anteil der Online-Käufer im Rentenalter betrug sieben Prozent.

Die Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen des Buchhandels wider: Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt ging der Umsatz im Sortimentsbuchhandel 2012 um 3,7 Prozent zurück, der Online-Handel wuchs dagegen um 10,4 Prozent. In Buchhandlungen wurden 4,6 Milliarden Euro umgesetzt, über das Internet 1,6 Milliarden Euro.

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