"Helden - Wenn dein Land dich braucht":

Popcorn-TV am Einheitstag

Mit einem an Kinoverhältnisse erinnernden Acht-Millionen-Etat hat Regisseur Hansjörg Thurn ein Katastrophenspektakel mit hochkarätiger Besetzung inszeniert.

Die Schauspieler Christiane Paul als Wissenschaftlerin Sophie und Hannes Jaenicke als Marc bei Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Helden" inmitten von Flammen. Der acht Millionen Euro teure Eventmovie im Auftrag von RTL wird am 3. Oktober zu sehen sein.
Tobias Hase Die Schauspieler Christiane Paul als Wissenschaftlerin Sophie und Hannes Jaenicke als Marc bei Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Helden" inmitten von Flammen. Der acht Millionen Euro teure Eventmovie im Auftrag von RTL wird am 3. Oktober zu sehen sein.

„Deutschland, wie wir es kennen, hat aufgehört zu existieren“, verkündet der Kanzler (Heiner Lauterbach) mit steinerner Miene. „Wir müssen zusammenhalten, um zu überleben.“ In der Tat steht es schlimm um das Bundesgebiet und seine Menschen: Ein Nachrichtensatellit stürzt in den Berliner Reichstag, Flugzeuge fallen vom Himmel, die Telekommunikation und die Lieferung von Wasser, Strom und Gas brechen zusammen. Gewaltige Canyons spalten das Land. Ursache der Katastrophe ist ein Versuch am fiktiven Kernforschungszentrum „Collider“ in Genf. Wissenschaftler wollten dort den Urknall simulieren und haben dabei ein „Schwarzes Loch“ produziert, das Materie und Licht auf Erden zu verschlingen droht.

„Helden – Wenn dein Land dich braucht“ heißt der aufwendige, acht Millionen Euro teure Film der Münchner Dreamtool Entertainment im Auftrag von RTL, der diese Geschichte erzählt. Der Kölner Privatsender strahlt ihn aus am Tag der Deutschen Einheit um 20.15 Uhr. Eine ganze Riege deutscher Publikumslieblinge kämpft in dem Science-Fiction-Film verwegen um die Zukunft der zerstörten Heimat. Neben Lauterbach sind etwa Christiane Paul, Christine Neubauer, Yvonne Catterfeld, Hannes Jaenicke und Armin Rohde an den 48 Drehtagen dabei gewesen. „Ich könnte nicht stolzer sein als auf diesen Film“, sagte Produzent Stefan Raiser.

Katastrophenästhetik und heftige Zuschauergefühle

Der Dreamtool-Chef begründete bei einer Pressevorführung in Hamburg seine Absichten bei dem so offenkundig an Vaterlandsliebe und Gemeinschaftsgeist appellierenden 140-Minuten-Spektakel. „Ich werde dieses Jahr 42 – seit meiner Schulzeit bin ich in Bezug auf Deutschland mit geducktem Kopf aufgewachsen“, sagte Raiser. „An Amerika habe ich dagegen immer toll gefunden, wie die Bürger sich zu ihrem Patriotismus bekennen. Ein Schlüsselerlebnis wurde für mich daher die Fußball-WM 2006, als wir Deutschen locker, friedlich und wie befreit aus vollem Halse die Nationalhymne sangen und uns eine Fahne ans Auto klemmten.“

Neben einer Fülle von Drehorten zwischen Spreewald und Alpenregion sowie einer an Hollywood-Blockbuster gemahnenden, mit viel Computer-Spezialeffekten und Stunts erzeugten Katastrophenästhetik, bietet das „Helden“-Epos auch sonst reichlich Motive für heftige Zuschauergefühle: Von eingeschlossenen Kindern, Fußballfans mit Herz auf dem rechten Fleck und einer superstarken Wissenschaftlerin bis zu Liebe, Freundschaft und Opfersinn in Zeiten der Bedrohung ist hier vertreten, was Identifikation stiftet. Und was durchaus eine sinnvolle Diskussion anregen könnte über Patriotismus und darum – wie Raiser es in Hamburg formulierte – „was wir Deutschen so alles gerissen kriegen, wenn es um etwas geht.“

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