Konzert auch im Norden:

Puhdys verabschieden sich mit Tour in die Rockerrente

Alles begann im November 1969. In den folgenden Jahren schafften es die Musiker zur Kult-Band der DDR, deren Songs auch im Westen geliebt wurden. Doch nun soll Schluss sein. Warum ausgerechnet jetzt und weshalb sich die Fans noch einmal auf große Konzerte freuen können.

Es ist zwar die Abschiedstour, aber: „Wir sind noch einigermaßen frisch“, rief „Maschine“ den Fans in Berlin zu.
Paul Zinken Es ist zwar die Abschiedstour, aber: „Wir sind noch einigermaßen frisch“, rief „Maschine“ den Fans in Berlin zu.

 „Wir gehen nicht von Bord ... gehn nicht fort.“ Der erste Song des Abends führt in die Irre. Denn die fünf Musiker auf der Bühne – der Jüngste ist 60, der Älteste 74 – starten damit ihre Abschiedstour. Ob in ihren Ohrwürmern „Alt wie ein Baum“ und „Rockerrente“: In vielen Songs haben die Puhdys immer wieder thematisiert, dass sie gemeinsam musizierend alt werden wollen. Das zweistündige Konzert zum 45. Bandjubiläum am Freitag in der Berliner O2-World war nun der Anfang vom Abschied. In reichlich einem Jahr soll Schluss sein.

„Tja. 45 Jahre – wir sind immer noch einigermaßen frisch und haben noch genug Power. Wir hoffen Ihr auch“, sagt Sänger Dieter Birr alias „Maschine“ (70) zu den 11 000 Fans, die mit der Band gealtert sind – und oft als Paar zum Konzert der Rock-Opas gekommen sind. Auch auf der Bühne ging es familiär zu: Im Vorprogramm saß der Enkel eines Puhdys-Mitglieds am Schlagzeug.

Dunkle Jeans, schlichte schwarze Hemden oder Longshirts – obwohl das Berliner Quintett seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und erfolgreichsten ostdeutschen Bands zählt, wirken die Musiker wie die Kumpels von nebenan. Im Mittelpunkt steht die Musik. Eine teure Show gibt es nicht – aber Videos der Band aus fast fünf Jahrzehnten auf riesigen Monitoren. Zwar gibt es keine Action wie bei vielen jüngeren Stars, aber die Musiker im Rentenalter hielten mühelos zwei Stunden durch.

„Maschine“ arbeitet schon an seinem Solo-Album

Die Fans - viele mit „Puhdys“-T-Shirt, viele mit Bierbauch – klatschen mit, tanzen, dürfen teils halbe Songs alleine singen. Viele von ihnen begleiten die Band schon seit Jahrzehnten.

Die Puhdys standen im November 1969 zum ersten Mal auf der Bühne. Bis zum Fall der Mauer wurden sie zwölfmal zur beliebtesten Rockgruppe der DDR gewählt und schon damals regelmäßig auch von Zehntausenden Zuschauern in der Waldbühne im Westen Berlins umjubelt.

Und auch wenn „Maschine“ sowie Peter Meyer (74/Keyboard), Dieter Hertrampf (69/Gitarre), Peter Rasym (61/Bass) und Klaus Scharfschwerdt (60/Schlagzeug) bald ihr gemeinsames Projekt beenden wollen. „Von den einzelnen Musikern werden wir sicherlich noch einiges zu hören bekommen“, hatte das Management im Februar ergänzt, als der Band-Abschied bekanntgegeben wurde. Birr arbeitet schon an seinem zweiten Solo-Album.

Im November sind die Puhdys mit der „Rocklegenden“-Tour sowie akustisch unterwegs. Die Abschiedstour geht im Januar weiter. „Rocklegenden“: 7.11. Rostock, 8.11. Magdeburg, 21.11. Riesa, 22.11. Erfurt.

Die "Puhdys - Das große Abschiedskonzert" am 27.11.2015 um 20 Uhr in der Stadthalle Neubrandenburg sowie am 24.10.2015 um 20 Uhr in der Stadthalle Torgelow.

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