Neues Musical am Berliner Theater des Westens:

Quasimodo verscheucht die Nonnen aus Berlin

Eben noch „Tanz der Vampire“, in wenigen Wochen „Sister Act“ und im Frühjahr 2017 folgt „Der Glöckner von Notre Dame“. Das wird eine besondere Premiere, weil den Buckligen einiges mit Berlin verbindet.

Bilder aus der Berliner Spielzeit von 1999: Quasimodo (Drew Sarich) ist in Esmeralda verschossen, welche ihr Herz jedoch an Legionär Phoebus (Frederik Lycke) verliert.
Karlheinz Schindler Bilder aus der Berliner Spielzeit von 1999: Quasimodo (Drew Sarich) ist in Esmeralda verschossen, welche ihr Herz jedoch an Legionär Phoebus (Frederik Lycke) verliert.

Der Premierenvorhang für das neue Musical „Sister Act“ hebt sich erst am 16. Oktober und bereits jetzt ist klar, wer die Nonnen aus dem Berliner Theater des Westens vertreibt: „Der Glöckner von Notre Dame“. Bereits im Frühjahr 2017 bauen Techniker dann die eine Kirchenkulisse ab, um die nächste wieder aufzubauen. Schon jetzt sucht Stage Entertainment für die Inszenierung von Quasimodo über Frollo bis Esmeralda Darsteller für alle Charaktere, wie aus einer Casting-Ausschreibung hervorgeht, die dem Nordkurier vorliegt.

„Der Glöckner von Notre Dame“ basiert auf dem Roman von Victor Hugo (1802-1885) und erzählt die Geschichte des Findelkindes Quasimodo. Der Bucklige wächst in der Kathedrale Notre Dame im mittelalterlichen Paris auf. Er wird von der Bevölkerung gemieden und gedemütigt, nur die schöne Zigeunerin Esmeralda hat Mitleid mit dem Ausgestoßenen. Als Esmeralda als Hexe hingerichtet werden soll, rettet Quasimodo sie.

Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse, Hass und Verrat, Abstoßung und Liebe sind die zentralen Themen dieser vielschichtigen Handlung. Dass sich die Produktion neben der Buchvorlage sehr stark am gleichnamigen Disney-Film orientiert, zeigt sich an der üppigen Bühnen- sowie Kostüm-Ausstattung und der opulenten Orchestrierung, in die Alan Menken das Geschehen einbettet.

Wenn der Glöckner Anfang kommenden Jahres in der Hauptstadt Einzug hält, kommt er an den Ort zurück, wo er seine Welturaufführung erlebte. Denn das Ende August dieses Jahres geschlossene Theater am Potsdamer Platz feierte mit eben jenem Stück am 5. Juni 1999 seine pompöse und damals noch vielversprechende Eröffnung. Drei Jahre lang lief „Der Glöckner von Notre Dame“ und wurde in etwa 1250 Vorstellungen von rund 1,4 Millionen Besuchern gesehen, ehe am 30. Juni 2002 der letzte Vorhang fiel. Seitdem sah der Zuschauer das Stück auf keiner der großen, etablierten Bühnen der Welt mehr.

Mit damals knapp 50 Millionen Mark (rund 25 Millionen Euro) galt es als eines der teuersten Musicals der Welt. Inzwischen liegen die Investitionen in die einzelnen Musicals bei Stage Entertainment zwischen fünf und 17 Millionen Euro, wie Uschi Neuss, Chefin des Musicalunternehmens, erklärt.

Von daher ist die Rückkehr nach Deutschland und vor allem nach Berlin durchaus etwas Besonderes. Allzu lange kommen die Zuschauer jedoch nicht in den Genuss der verschrobenen Gestalt. Denn das Ganze ist als Tourproduktion vorgesehen - so wie momentan beinahe alle Stücke des Musicalkonzerns Stage Entertainment.

Karten für sämtliche Musicals gibt es im Medienhaus des Nordkurier am Friedrich-Engels-Ring 29 in Neubrandenburg oder unter der kostenlosen Hotline 0800 4575033.