Keine Aussicht auf Wiedervereinigungs-Tour :

Robert Plant stemmt sich gegen Led Zeppelin-Neustart

Als Sänger der „Zeps“ schrieb er einst Rockgeschichte. Heute konzentriert sich Robert Plant lieber auf seine Solokarriere, experimentiert mit Weltmusik und Blues – und blickt nach vorn.

Mit Led Zeppelin schrieb Robert Plant einst Rockgeschichte. Heute konzentriert er sich trotz Millionen-Angeboten für eine Wiedervereinigung auf eigene Projekte, und blickt lieber nach vorn.
Britta Pedersen Mit Led Zeppelin schrieb Robert Plant einst Rockgeschichte.

Die Rolling Stones, die Eagles, The Police – sie alle ließen sich überreden. Aus Spaß oder aber zum Geldverdienen sind sie in den vergangenen Jahren auf die Bühne zurückgekehrt. Mit teils mehr als 40 Jahre alten Hits verdienen sie heute wieder Millionen, füllen weltweit Konzerthallen, trotz mitunter dreistelliger Ticketpreise. Auch an Robert Plant ist schon kräftig gebaggert worden. Eine Wiedervereinigungs-Tour von Led Zeppelin dürfte viele Millionen einbringen. Doch der Brite bleibt standhaft. Für ihn zählen Gegenwart und Zukunft, und nicht der Blick zurück, betont er immer wieder. Am 20. August wird der einstige Leadsänger einer der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten 65 Jahre alt.

Auch wenn Led Zeppelin hinter ihm liegt, Plant selber ist regelmäßig auf Bühnen zu sehen und zu hören. Seit den 1980er Jahren verfolgt er seine Solo-Karriere, experimentierte mit Weltmusik und Blues, und widmet sich bis heute neuen Einflüssen. Die regelmäßig gestellte Frage, warum er sich einer Led Zeppelin-Tour widersetzt, obwohl seine früheren Bandkollegen Jimmy Page und John Paul Jones nicht abgeneigt sind, wehrt er mit immer neuen Argumenten ab. „Das wäre, als ob man mit seiner Ex-Frau schläft, ohne dabei Sex zu haben“, soll eine von Robert Plants bunteren Ablehnungen gelautet haben.

20 Millionen Menschen wollten ihn sehen

Für ein einziges Konzert in London kamen Plant, Page, Jones und der Sohn des früheren Schlagzeugers John Bonham, Jason Bonham, 2007 wieder zusammen. Mehr als 20 Millionen Menschen bemühten sich im Internet um Karten, die meisten wurden enttäuscht. Von Musikkritikern wurde der Auftritt frenetisch gefeiert.

Erstmals hatten sich „Page & Plant“, wie die Köpfe hinter den „Zeps“ gerne in einem Atemzug genannt werden, Ende der 1960er Jahre zusammengefunden. Page hatte bereits mit den Yardbirds den Erfolg gekostet, Plant tingelte noch als Sänger bei kleineren Bands durch Mittelengland. Page war von Plants außergewöhnlicher Stimme sofort fasziniert. Bis heute ist Plant dafür bekannt, die unterschiedlichsten Gefühle – von düster und mystisch bis hin zu seinem charakteristischen hohen Tönen – stimmlich überzeugend rüberbringen zu können.

Gelten als Pioniere des Heavy Metal

Hits wie „Whole Lotta Loving“ und vor allem das legendäre „Stairway To Heaven“ machten sie zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Sie gelten als Pioniere des Heavy Metal, auch wenn Plant selber immer wieder erklärt, dass sie mehr Einflüsse aus dem Blues als aus dem harten Bereich übernommen hätten. Legendär sind Plants exzentrische Outfits, engen Hosen und die goldene Lockenmähne. Er prägte wie kaum ein anderer das Bild vom „Rock-Gott“. 1980 starb Schlagzeuger John Bonham nach Alkohol- und Drogen-Überdosis. Es war das Ende von Led Zeppelin.

Vor rund drei Jahren brachte Plant sein Album „Band Of Joy“ heraus, regelmäßig gibt er Konzerte, Erfolg ist weiter gegeben. Spielt er einmal alte Hits, dann interpretiert er diese neu, etwa mit afrikanischen Trommeln. Greg Kot, Musikkritiker beim „Chicago Tribune“, hält eine Wiedervereinigung aus mehreren Gründen für ausgeschlossen. Zum einen brauche Plant das Geld nicht wirklich. Zum anderen habe er eben seine eigene, neue Musik: „Es sieht so aus, als brauche er Led Zeppelin noch weniger.“

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