20 Jahre Morddezernat:

Rosa Roth quittiert den Dienst

Schön, cool und kratzbürstig: Iris Berben in der Rolle als Kommissarin. Nach fast zwei Jahrzehnten im Berliner Morddezernat scheidet sie Sonnabend aus.

20 Jahre lang ermittelte Rosa Roth.
ZDF Stephanie Kulbach 20 Jahre lang ermittelte Rosa Roth.

Sie ermittelte im Drogenmilieu, war dem Menschenhandel mit jungen Prostituierten auf der Spur und setzte sich mit Gewalt in der autonomen Szene auseinander: Seit fast 20 Jahren geht Iris Berben als Berliner Kommissarin Rosa Roth auf Verbrecherjagd.

Mit ihren Auftritten im „Samstagskrimi“ des ZDF gehört sie zu den beliebtesten und dienstältesten Ermittlerinnen des deutschen Fernsehens. Jetzt hängt die 63-Jährige ihren Trenchcoat an den Nagel: Mit dem 105-Minüter „Der Schuss“ geht am Samstag um 20.15 Uhr im ZDF die Reihe „Rosa Roth“ nach 31 Folgen zu Ende.„Ich habe schon sehr lange überlegt, wann der richtige Zeitpunkt ist. Man möchte ja am Schluss nicht unbedingt hören: Jetzt war’s aber Zeit!“, sagt Berben. „Ich bin jetzt 20 Jahre mit dieser Figur durchs Leben gestapft.“

Für den Abschluss setzen die Macher nochmals auf eine Mischung aus Spannung, Spürsinn und Psychologie. Rosa Roth begegnet dem russischen Waffenhändler Nikolai Raskow (Hans-Michael Rehberg) wieder, mit dem sie seit der ersten Folge 1994 noch eine Rechnung offen hat: Sie macht ihn für den Tod ihrer großen Liebe verantwortlich.

Die Kommissarin stirbt nicht, sie scheitert

Diesmal ist Raskow in einen rätselhaften Entführungsfall verwickelt. Ein Unbekannter hat eine reiche Unternehmergattin in seine Gewalt gebracht. Die coole Kommissarin kommt mit ihrem Kollegen Markus Körber (Thomas Thieme) bei der Fahndung in eine dramatische Situation, in der sie den Fehler ihres Lebens machen wird. „Das war genau das, was ich wollte. Ich wollte nicht erschossen werden, ich wollte nicht ertrinken, ich wollte nicht irgendwo runtergestoßen werden. Dann kamen wir auf Scheitern. Scheitern ist gut. Das fand ich lebensnah.“ Nach fast zwei Jahrzehnten in Berlins härtestem Dezernat hat Rosa Roth am Schluss nur einen Karton mit wenigen Habseligkeiten in der Hand, als sie die Dienststelle für immer verlässt.

Für das ZDF war die Kommissarin eine feste Bank. Ihre „Samstagskrimis“ sorgten für hervorragende Einschaltquoten.