Auch im Zoo wird gespielt:

Rostocker Jazz-Festival zieht die Stars der Szene an

„See More Jazz“ ist einzigartig. Thomas Schwandt sprach mit den Gründern René Geschke und Andreas Martens.

Festival-Macher und Freizeit-Jazzer: René Geschke (l.) vom Jazzdiskurs Rostock und Andreas Martens vom Jazzclub Rostock haben das „See More Jazz“ ins Leben gerufen.
Thomas Schwandt Festival-Macher und Freizeit-Jazzer: René Geschke (l.) vom Jazzdiskurs Rostock und Andreas Martens vom Jazzclub Rostock haben das „See More Jazz“ ins Leben gerufen.

Jazz ist bekanntlich kein Massenphänomen. Bedurfte es daher zweier Veranstalter, um ein Festival wie „See More Jazz“ auf die Beine zu stellen?

Martens: Irgendwann keimte unisono unter Mitgliedern und Freunden des Jazzclubs und des Jazzdiskurs‘ die Idee auf, in Rostock ein neues Festival zu etablieren.

Geschke: Aber es sollte keine elitäre Konzertreihe werden, was die überschaubare Zahl an Jazz-Freaks in der Stadt nahelegen würde. Wir wollten Jazz für ein breiteres und vor allem jüngeres Publikum öffnen und populär präsentieren.

Zu den spektakulären Spielstätten gehört der Rostocker Zoo. Wie reagieren Jazz-Musiker auf diese Location?

Martens: Es ist ein reizvoller Ort. So viel wie ich weiß, wird nirgends woanders in einem Zoo gejazzt. Entsprechend erwartungsvoll sind die Musiker.

Geschke: Zum dritten Mal schon steht die Bühne auf der großen Festwiese im Zoo. Zuvor wurde immer vis-à-vis der Eisbären-Anlage gespielt.

Wie gelingt es, diese weltweit angesagten Musiker nach Rostock zu lotsen?

Martens: Die familiäre Atmosphäre unseres Festivals übt auf Stars, die ansonsten in großen Hallen spielen, eine gewisse Faszination aus. Sie schätzen die Nähe zum Publikum und die außergewöhnlichen Spielorte.

Geschke: Als eingefleischte Jazzer sind wir selbst über die Szene bestens informiert und gut vernetzt. Zwischen den großen Jazz-Festivals in Kopenhagen, Montreux und im Baltikum ist das Jazz-Pflaster Rostock im Grunde ein weißer Fleck. Das aber ist unser Glück. Renommierte Musiker sind neugierig auf Unbekanntes und daher nicht abgeneigt, etwa auf der Durchreise von Berlin nach Kopenhagen einen Stopp bei „See More Jazz“ einzulegen.