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San Andreas

So lange es das Medium Kino gibt, hat man versucht, Zuschauer aus der sicheren Distanz des bequemen Sessels an Naturkatastrophen teilhaben zu lassen, die man niemals live miterleben möchte. Die Zerstörung ist für uns Menschen ein Faszinosum. Außerdem generiert das Spiel mit dem „Was wäre wenn?“ eine gesunde Portion Demut. Wenn die Natur zuschlägt, sind wir auch im 21. Jahrhundert absolut machtlos.

Dwayne "The Rock" Johnson spielt die Hauptrolle in San Andreas.
Nina Prommer Dwayne "The Rock" Johnson spielt die Hauptrolle in San Andreas.

Dass das „Big One“, ein verheerendes Erdbeben an Amerikas Westküste, kommen wird, steht für die Wissenschaft außer Frage. Nur das „Wann“ ist noch ungewiss. Die Schuld an der Gefahrensituation trägt der San-Andreas-Graben, der von zwei, sich gegensätzlich bewegende Landmassen gebildet wird, die hier aufeinandertreffen, eine enorme Spannung aufbauen und Kalifornien zur tickenden Zeitbombe machen.

Hubschrauberpilot Ray (Dwayne Johnson) ist von seiner Arbeit beim Rettungsdienst menschliches Leid gewohnt. Aber als ein Erdbeben der höchsten Kategorie Kaliforniens Städte dem Erdboden gleichmacht, sprengt das alle Dimensionen. Natürlich will Ray den Opfern helfen, sein Hauptaugenmerk gilt aber seiner Tochter Blake (Alexandra Daddario), die sich zuletzt in San Francisco aufgehalten hat. Ray rauft sich noch einmal mit seiner baldigen Ex-Frau Emma (Carla Gugino) zusammen, um das gemeinsame Kind zu finden. Der Weg von Los Angeles nach Norden gestaltet sich ausgesprochen schwierig, zumal Mutter Erde einfach nicht zur Ruhe kommen will.    

Regisseur Brad Peyton hat mit Muskelberg Dwayne Johnson bereits „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ unternommen und dort eine fantasievolle und abenteuerliche Welt erschaffen. Nun landet das kreative Duo auf dem harten Boden einer künftigen, katastrophalen Realität. Natürlich werden Erinnerungen an die Filme des notorischen Weltenzerstörers Roland Emmerich wach. Der schwäbische Hollywoodexport hat mit Filmen wie „2012“ oder „The Day After Tomorrow“ bewiesen, dass ganz große Action nur funktionieren kann, wenn man die Geschichte auf eine familiäre Ebene herunterbricht. „San Andreas“ hat diese dysfunktionale, aber sympathische Familie, mit der das Publikum mitzittern kann. Die Spezialeffekte sind mittlerweile freilich so weit ausgereift, dass sich jede destruktive Vision überzeugend auf der Leinwand niederschlägt.      

Filme über Naturkatastrophen kommen übrigens gern in Wellen. Wenn „San Andreas“ an den Kinokassen gut funktioniert, was durchaus realistisch ist, dürfte noch das eine oder andere cineastische Nachbeben folgen.

Verleih: Warner Bros.
Bundesstart: 28. Mai 2015
Genre: Action / Katastrophenfilm
Mehr Infos unter: http://film.info/sanandreas

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