Eine Meldung und ihre Geschichte:

Satire wird plötzlich Realität

Im Internet surfen während des Gottesdienstes? Das ist in Brandenburg und Berlin bald möglich. Diese Meldung des Nordkurier hat nun für deutschlandweites Aufsehen gesorgt.

Mit diesem Bild macht die Satire-Website ihre Leser darauf aufmerksam, dass die Meldung von der Satire zur Realität geworden ist.
Screenshot/Der Postillon Mit diesem Bild macht die Satire-Website ihre Leser darauf aufmerksam, dass die Meldung von der Satire zur Realität geworden ist.

Alle evangelischen Kirchen in Berlin und Brandenburg sollen zukünftig mit einem kostenlosen Internetzugang ausgestattet werden. Das hat die Leitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) beschlossen. Zunächst werden rund 220 Kirchen mit dem sogenannten "godspot" ausgestattet, damit Gläubige und Passanten in und um die Kirchen mit ihren mobilen Geräten ohne Anmeldung im Internet surfen können. Später soll es in allen 3000 Kirchen WLAN geben.

Wer diesen Internet-Zugang nutzt, bekommt zuerst eine Startseite zu sehen, auf der Informationen zum Gebäude und zur Gemeinde sowie zu den Themen Glaube und Leben bereitgestellt werden. "Wir wollen damit eine sichere und vertraute Heimstatt in der digitalen Welt bauen", sagte ein Kirchensprecher. Denn es werde immer mehr in digitalen sozialen Netzwerken kommuniziert.

Satireseite veröffentlichte Jahre zuvor ähnliche Meldung

Dieses Vorhaben meldete der Nordkurier am Mittwoch auf seiner Internetseite. Dort wurde der Artikel innerhalb weniger Stunden zehntausendfach gelesen, denn er rief Erinnerungen an eine mehrere Jahre alte Spaßmeldung wach.

Bereits im März 2011 meldete die satirische Nachrichtenseite "Der Postillon" im Internet, dass die Evangelische Kirche wieder jüngere Menschen mit kostenlosem WLAN erreichen wolle, die sonst dem Gottesdienst fernbleiben würden. Gerade für die jungen Gemeindemitglieder bedeute eine Stunde in der Kirche, eine Stunde ohne Internet und sei eine Zumutung. Nun wird aus dieser fiktiven satirischen Meldung also Realität.

Darauf wies "Der Postillon" dann auch prompt nach Veröffentlichung des Artikels über die wirklichen Kirchenpläne auf www.nordkurier.de hin und verlinkte beide Artikel. Gewohnt ironisch schrieben die Satiriker nur einen Satz dazu: "Postillon-Leser wissen es früher". Der Zusatz "zukünftig auch in Gotteshäusern" fehlte allerdings.

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