Neu im Kino:

Schändung – Die Fasanentöter

Kriminalschriftsteller Jussi Adler-Olsen blickte bereits auf ein bewegtes Berufsleben zurück, als er mit 47 seinen ersten Roman „Das Alphabet-Haus“ veröffentlichte. Zum internationalen Bestsellerautor avancierte der Däne durch einen wiederkehrenden Anti-Helden, den depressiven Kommissar Carl Mørck, der vor Jahresfrist mit „Erbarmen“ sein überzeugendes Kinodebüt gab. Nun wird ein neuer Fall aufgerollt.

 Nikolai Lie Kaas als Carl Morck in einer Szene des Kinofilms "Schändung".
Christian Geisnaes/NFP Nikolai Lie Kaas als Carl Morck in einer Szene des Kinofilms "Schändung".

Kein Polizist wollte mehr mit Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) Dienst tun, der das Leben und die Gesundheit von zwei Kollegen auf dem Gewissen hat. Im Keller des Reviers soll sich Carl deshalb alten Fällen widmen und diese zum Abschluss bringen, ohne unliebsame Fragen zu stellen. Dazu hat man eigens das „Sonderdezernat Q“ gegründet, ein berufliches Endlager. Als wäre das nicht schon schlimm genug, muss Carl den Arbeitsplatz mit dem Assistenten Assad (Fares Fares) teilen, dessen lebensfrohes Gemüt seiner eigenen Befindlichkeit diametral gegenüber steht. In „Erbarmen“ hat das Duo ein brisantes Verbrechen aufgeklärt, nach dem sonst kein Hahn mehr gekräht hätte. Wohl auch deshalb wird der Kommissar nun von einem Betrunkenen angesprochen, der ihn anfleht, einen weiteren alten Fall zu prüfen. Carl weist den Bittsteller rüde ab und steht wenig später neben der Leiche des Mannes. Der Ex-Cop hat Selbstmord begangen. Unter dem Eindruck dieses Erlebnisses nimmt Carl schließlich doch die Spur jenes furchtbaren Doppelmordes an zwei Teenagern auf, der sich bereits vor zwanzig Jahren ereignet hat. Der für schuldig Befundene wurde schneller wieder aus dem Knast entlassen als mancher prominente Steuersünder. Carl und Assad entstauben die alten Akten…

Regisseur Mikkel Nørgaard hat bereits den ersten Adler-Olsen-Film inszeniert und erzählt die Geschichte des ungleichen Ermittler-Duos nun konsequent weiter. Gestörte Menschen agieren in tristen Kulissen. Wenn man sich mal so richtig herunterziehen lassen möchte, ist man in diesem trostlosen skandinavischen Kriminalfilm bestens aufgehoben. Selbst Assistent Assad hat inzwischen viel von seinem Optimismus eingebüßt und Carl, dem Schauspieler Nikolaj Lie Kaas den ganzen Schmerz dieser Welt aufzubürden scheint, ist immer nur einen verhängnisvollen Impuls vom Suizid entfernt. Spannend ist die komplexe Mördersuche auf verschiedenen Zeitebenen aber durchaus. Und sicher wartet im Keller schon das nächste ungeklärte Verbrechen auf hartgesottene Krimifreunde.  
 

Wertung:

Anspruch: 2
Spannung: 4
Action: 2
Humor: 1
Erotik: 2

Verleih: NFP
Bundesstart: 15. Januar 2015
Genre: Thriller

Mehr Infos unter: www.schaendung-derfilm.de

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