dokArt-Gewinner :

Sensible Hommage an die letzte Reise

Mehr Besucher, mehr Unterstützer und große Stilvielfalt – so lässt sich die 22. dokumentART in Neubrandenburg und Szczecin zusammenfassen. „Maria“, ein Film über den nahenden Tod hat am Ende den Hauptpreis des Festivals gewonnen.

„Maria“ ist ein Film, der die Nähe zwischen Leben und Tod in einer friedvollen Harmonie erscheinen lässt. Der Rumäne Claudiu Mitcu erhielt für die Dokumention den mit 5000 Euro dotierten Latücht-Preis des Filmfestivals.
dokumentART „Maria“ ist ein Film, der die Nähe zwischen Leben und Tod in einer friedvollen Harmonie erscheinen lässt. Der Rumäne Claudiu Mitcu erhielt für die Dokumention den mit 5000 Euro dotierten Latücht-Preis des Filmfestivals.

 „Es wurde eng im Latücht“, mit diesem Satz fasste Caroline Walke, Festivalleiterin der dokumentART die 22. Auflage des europäischen Dokumentarfilmfestivals zusammen. Bei der Abschlusspressekonferenz blickte sie sichtlich zufrieden auf ein in vielerlei Hinsicht erfolgreiches Festival zurück. „Besonders in den Wettbewerbsblöcken ist das Zuschauerinteresse deutlich gestiegen“, so die Festivalleiterin. Über 3000 Besucher strömten in den Neubrandenburger Kinosaal des „Latüchts“. Auch das Rahmenprogramm, in dem Filme aus Mecklenburg-Vorpommern und Osteuropa zu sehen waren, fand regen Zuspruch. Auf der Unterstützerseite ist ebenfalls ein neuer Rekord aufgestellt: 37 freiwillige Helferinnen und Helfer begleiteten die Filmemacher und Besucher während der dokART. „Sprachlich waren wir dieses Jahr sehr vielseitig, was unter anderem den Studierenden aus Brasilien, die zur Zeit an der Hochschule Neubrandenburg sind, zu verdanken ist“, freute sich Caroline Walke.

Schmerzend scharfe Realität

In den Wettbewerb um die neun dotierten Preise des Festivals gingen auf deutscher und polnischer Seite insgesamt 46 Filme. Jury und Zuschauer der zehn Wettbewerbsblöcke wurden nicht nur mit Mockumentaries, also mit „gespielten“ Dokumentationen, sondern vor allem mit kunstvoll abgebildeter oder schmerzend scharfer Realität konfrontiert. Viele Streifen strahlten dabei weit über den Rahmen der Kinoleinwand hinaus. So auch der Gewinnerfilm des Festivals. Den Latücht-Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist, gewann die rumänische Produktion „Maria“. Ein Film, der mit einer Mobilfunkkamera „die Nähe zwischen Leben und Tod, die in einer friedvollen Harmonie erscheinen“ einfängt, wie es in der Jury-Begründung heißt. Die dokART-Prämierung ist nun die erste Auszeichnung für „Maria“ von Claudiu Mitcu.

„Wir sind glücklich mit der Entscheidung“

Der Preis der Stadt Neubrandenburg ging an den Film „Out of frame“ von Yorgos Zois, in dem verwaiste Plakatwände „von einem Land in
der Krise zeugen.“ Während diese griechische Produktion eher ruhig daherkommt, ist die Aufregung der Protagonisten in „American Dreamer“ von Thomas Haley von Beginn an zu spüren. Dennoch bewog die besondere Sensibilität, mit der sich der Film dem amerikanischen Patriotismus nähert, die fünfköpfige Jury, ihm den Marschall-Preis der Wojewodschaft Westpommern zu verleihen.

Alles über die dokumentART

„Wir sind sehr glücklich mit der Entscheidung“, sagte Jury-Mitglied Birgit Glombitza vor der Preisverleihung im Neubrandenburger CineStar-Kino. Schnell hätte man sich auf die jeweiligen Gewinnerinnen und Gewinner einigen können, ergänzte ihre im Iran geborene Kollegin Afarin Eghbal,die sich vom deutsch-polnischen Festival beeindruckt zeigte.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!