Neu im Kino:

Sie will nicht schweigen: Dokumentation über Malala

Im Alter von 15 Jahren wurde Malala Opfer der Taliban, weil sie sich das Lernen nicht verbieten ließ. Eine Doku erzählt nun die Geschichte der Friedensnobelpreis-Trägerin.

Malala Yousafzai in einer Szene des Kinofilms "Malala - Ihr Recht auf Bildung".
Fox Deutschland Malala Yousafzai in einer Szene des Kinofilms "Malala - Ihr Recht auf Bildung".

Ein Freitag im Oktober 2012. Ein Bus rumpelt über eine Straße im Nordwesten Pakistans. Mädchen auf dem Weg zur Schule sitzen auf den Bänken. Plötzlich halten Taliban-Kämpfer das Fahrzeug an. "Wer ist Malala?", fragt einer. Und schießt. Er trifft die 15-Jährige in die Stirn, verletzt auch zwei ihrer Freundinnen.

Dass Malala Yousafzai überlebt, ist ein Wunder - und macht die Widerstandskämpferin zu einer Ikone im Kampf für das Recht auf Bildung. US-Dokumentarfilmer Davis Guggenheim hat die bisher jüngste Friedensnobelpreis-Trägerin - sie erhielt die Auszeichnung 2014 - nun liebevoll porträtiert.

Der Film zeigt den Alltag der Familie

"Malala - Ihr Recht auf Bildung" zeigt das junge Mädchen nicht nur als Heldin, die von Queen Elizabeth II. und US-Präsident Barack Obama empfangen wird, vor den Vereinten Nationen in New York spricht und ihren 18. Geburtstag nahe der syrischen Grenze verbringt, um eine Schule zu eröffnen. Malala begegnet dem Zuschauer auch als Teenager, der mit den beiden kleinen Brüdern rangelt, in der Schule dazugehören will und peinlich berührt kichert, wenn man nach Jungs fragt. Guggenheim und sein Team haben die fünfköpfige Familie in ihrem Haus in Birmingham ausführlich begleitet - beim Kochen, beim Spielen, beim Gebet.

Doch am Anfang steht die Katastrophe. Malala schwerst verwundet, im Koma, Notoperationen. "Ich dachte, ich sei tot", sagt ihre Stimme aus dem Off. Kaum öffnet sie die Augen, fragt sie nach ihrem Vater. "Wie eine Seele in zwei Körpern", so beschreibt Vater Ziauddin Yousafzai sein Verhältnis zu Malala.

Malala kann nicht in ihre Heimat zurückkehren

Ginge es nach den Taliban, wäre Malala längst nicht mehr am Leben. Die Terrorgruppe droht der inzwischen weltbekannten Aktivistin offen an, sie umzubringen, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrt. "Ich vermisse die dreckigen Straßen, ich vermisse den Fluss, ich vermisse meine Freunde", sagt die junge Frau, doch an eine Rückkehr ist derzeit nicht zu denken. Das war ein Grund, warum das Filmteam nicht nach Pakistan reisen konnte, sondern auf reichlich Archivmaterial aus dem Heimatland der Yousafzais zurückgriff.

Der Film macht deutlich, warum Malala und ihr Vater nicht schwiegen, obwohl sie wussten, dass ihr Protest sie in Lebensgefahr bringen würde. Ziauddin Yousafzai war Lehrer aus Leidenschaft. Seine Tochter wuchs teils in den Unterrichtsräumen auf und sog die Atmosphäre schon als Kleinkind auf: "Die Schule war mein Zuhause." Als die Taliban in Pakistan erstarkten, Bücher verbrannten und Schulen in die Luft sprengten, weil sie Bildung als Bedrohung betrachteten, konnte der Vater nicht schweigen - und wollte auch seiner Tochter nicht das Wort verbieten.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung