Miró statt Memory:

So finden Kinder Spaß an Museen

Ein Besuch im Museum kann für Kinder ganz schön anstrengend sein. Spannender wird das Ganze mit kindgerechten Führungen.

Den größten Spaß haben Kinder, wenn sie im Museum mitmachen können – wie im „Extavium“ in Potsdam.
Patrick Pleul Den größten Spaß haben Kinder, wenn sie im Museum mitmachen können – wie im „Extavium“ in Potsdam.

Stillsein. Nicht drängeln. Nicht herumrennen. Und vor allem: bloß nichts anfassen! Museen sind nicht unbedingt der natürliche Lebensraum für Kinder. Viele Eltern scheint das nicht zu stören - der Nachwuchs wird durch Räume voller Botticellis, chinesischer Vasen oder Bronzerüstungen geschleust. Doch weckt man so bei Kindern die Begeisterung für Bilder und Skulpturen? Oder rücken Museen auf diese Weise in der Beliebtheitsskala direkt hinter das Behandlungszimmer beim Zahnarzt? Fachleute sagen: Eine Ausstellung kann Mädchen und Jungen richtig Spaß machen. Entscheidend ist, dass Erwachsene nicht ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen.

Kinder können nur kurze Zeit zuhören

Als erstes müssten sich Eltern klarmachen, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei Kindern begrenzt ist: „Eventuell bleibt man nicht länger als eine Viertelstunde drin“, sagt Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Instituts für Frühpädagogik in München. Sie hält es für sinnvoll, lieber öfter, dafür kürzer ein Museum zu besuchen. Am besten seien „homöopathische Dosen“. Das könne bedeuten, sich im ganzen Gebäude vielleicht nur ein Bild oder einen Gegenstand herauszupicken, der die Kleinen besonders fasziniert. „Kinder lieben Rituale. Eventuell müssen sich Eltern bei den nächsten Besuchen genau diese Sache wieder und wieder anschauen.“

Ab welchem Alter Kinder reif genug für einen Museumsbesuch sind, ist unterschiedlich: „Ab vier Jahren kann man es versuchen, manche sind schon mit drei soweit“, sagt Gisela Weiß, Professorin für Museumspädagogik an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig. Einen guten Einstieg bekommen Kinder mit speziell auf sie zugeschnittenen Führungen, bei denen sie zum Beispiel Dinge anfassen, ausprobieren oder an ihnen riechen dürfen.

Erwachsene sollten sich aber selbst nicht zu viel Druck machen. „Man muss sich immer wieder klarmachen, dass es um einen Ort zum Entdecken geht. Und nicht darum, Wissen abzugreifen“, erklärt Ruempler-Wenk. Auch anspruchsvolle Kost wie Bilder von Miró oder Kandinsky kann genau das Richtige sein: „Kinder mögen klare Farben und Kontraste“, sagt Becker-Stoll. Einen Versuch sei es wert: „Ich kann mein Kind dort hinführen und dann beobachten: Bleibt sein Blick daran haften? Betrachtet es die Bilder aufmerksam?“

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