Spekulationen:

So könnte Jan Böhmermanns Zukunft aussehen

Im Jahr 2015 war Stefan Raab nach seiner Rücktrittsankündigung in aller Munde. 2016 hat ihn Jan Böhmermann abgelöst. Aus ganz anderen Gründen. Über dessen Zukunft darf jetzt eifrig spekuliert werden. Carsten Rave blickt in die Kristallkugel.

Spätestens mit seinem Schmähgedicht wurde Jan Böhmermann einem breiten Publikum bekannt.
Ole Spata Spätestens mit seinem Schmähgedicht wurde Jan Böhmermann einem breiten Publikum bekannt.

Was bisher geschah

Jan Böhmermann ist schon jetzt der Mann des Jahres 2016 im deutschen Bewegtbild. Seit seinem Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ist der 35-jährige Satiriker in aller Munde. Das mag Böhmermann vor allem wegen der juristischen Folgen nicht immer recht gewesen sein – seinen Marktwert dürften die spektakulären Ereignisse allerdings gesteigert haben.

Die Frage ist: Wird Böhmermann seinem Sender, dem ZDF, über das Jahr 2016 die Treue halten? Das Magazin „Stern“ berichtete, sein Vertrag mit dem Mainzer Sender laufe Ende des Jahres 2016 aus. „Zu Vertragsinhalten äußern wir uns nicht“, sagte ein ZDF-Sprecher.

ZDF

Doch wohin könnte Böhmermanns künftiger Fernseh-Weg steuern? Das ZDF ist die einfache Lösung. Er macht so weiter wie bisher. Doch Böhmermann ist für TV-Verhältnisse noch jung, sollte seine Karriere optimieren und nach den Gesetzen der Marktwirtschaft ruhig auch dem Lockruf des Geldes folgen – und an neuen Konzepten arbeiten, ohne seine kreative Freiheit einzuschränken.

Netflix oder Amazon

Die krakenhaft um sich greifenden Streamingdienste könnten auch im TV eine neue Böhmermann-Heimat sein. Im Hörfunk-Bereich ist der Satiriker ja bereits vom öffentlich-rechtlichen Radio Eins zu Spotify gewechselt. Amazon will sich nicht an „Medienspekulationen“ beteiligen, Netflix liegen keine Informationen vor.

ARD

Das Erste sucht insbesondere für den Donnerstagabend immer wieder nach frischen Gesichtern, die dem angestammten Sendeplatz für Humor („Scheibenwischer“) neues Profil verleihen. Doch hinter dem Ersten steckt die ARD, ein Sendergefüge mit vielen Gremien, die sich oft uneins sind und in denen Böhmermann nicht nur Freunde haben dürfte.

RTL

Der private Riese ist immer wieder für eine Überraschung gut. Mit den Shows „TV Helden“ und „Was wäre wenn?“ hat Böhmermann RTL-Erfahrung. Kürzlich nahm er den Kölner Sender mit seinem „Verafake“ zur RTL-Reihe „Schwiegertochter gesucht“ satirisch aufs Korn. Kein gutes Intro. „Neue Projekte sind mit ihm aktuell nicht geplant“, heißt es von RTL.

Böhmermann

Und was sagt Böhmermann selbst zu seiner Zukunft? Über sein Management lässt er ausrichten: „Ich bedaure jedoch, ich kann Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nichts dazu sagen.“ Mehr oder weniger sicher ist nur: Am 25. August kehrt Böhmermann auf ZDF neo mit dem „Neo Magazin Royale“ zurück.

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