„Creed – Rocky’s Legacy":

Stallone fasziniert als Box-Trainer

Nach sechs „Rocky"-Filmen bisher kommt nun ein spezieller Ableger der Serie in die Kinos: Sylvester Stallone tritt erneut als Rocky Balboa an; die Hauptrolle des jungen Boxers aber hat Michael B. Jordan übernommen.

Silvester Stallone nimmt als „Rocky" den jungen Boxer Adonis Johnson, gespielt von Michael B. Jordan, im Film „Creed - Rocky's Legacy" unter seine Fittiche.
Warner Bros. Pictures Silvester Stallone nimmt als „Rocky" den jungen Boxer Adonis Johnson, gespielt von Michael B. Jordan, im Film „Creed - Rocky's Legacy" unter seine Fittiche.

Vier Jahrzehnte sind bereits vergangen, seit 1976 der erste Teil einer der legendärsten Film-Sagas in den Vereinigten Staaten in die Kinos kam: Mit „Rocky" startete eine Reihe, die längst nicht nur zu den Klassikern des Box-Films gehört, sondern auch wie kaum ein zweiter Film gleichsam exemplarisch die Geschichte eines Underdogs erzählt, der sich seinen Weg nach oben erkämpft. Auf „Rocky" folgten fünf Fortsetzungen; zuletzt war 2007 „Rocky Balboa" veröffentlicht worden.

Diesmal nun steigt Stallone nicht selbst als Boxer, sondern als Trainer eines jungen, von Michael B. Jordan verkörperten Talents in den Ring. Erstmals zeichnet Stallone zudem nicht wie bei allen bisherigen „Rocky"-Teilen fürs Drehbuch verantwortlich. Die Regie kommt von US-Regisseur Ryan Coogler, der bisher mit „Fruitvale Station" erst einen Langfilm veröffentlicht hat.

Rocky wird Trainer

Adonis Johnson (Jordan), Hauptfigur des Films, hat seinen berühmten Vater, den Boxer Apollo Creed, nie kennengelernt. Der starb bei einem Kampf im Ring (zu sehen in „Rocky 4"). Adonis aber hat von seinem Vater einiges an Talent mitbekommen. Zu Beginn des Films gibt er den Job bei einem Finanzunternehmen auf, um sich dem Boxen zu widmen.

Johnson reist nach Philadelphia, um sich dort von Rocky (Stallone), dem einstigen Gegner und späteren Freund seines Vaters, zu einem richtigen Kämpfer ausbilden zu lassen. Balboa hat mit dem Boxsport abgeschlossen und weigert sich zunächst, dem jungen Kämpfer zu helfen. Zwischen Rocky aber, dessen eigener Filius weit entfernt lebt, und Adonis entwickelt sich so etwas wie eine Vater-Sohn-Beziehung.

Schließlich wird Rocky doch zu seinem Trainer. Einer steilen Karriere des immer besser boxenden Adonis steht nichts mehr im Weg, da erkrankt Rocky an Krebs. Einer Chemotherapie aber möchte sich der vormalige Starboxer, der schon seine Frau an die Krankheit verloren hat, nicht mehr unterziehen.

Afroamerikanische Kultur rückt in Vordergrund

Auch diesem Film kommt das sehr zugute – Balboa trägt zwar die ihm seit jeher eigene Aura von Melancholie mit sich herum, larmoyant oder gar weinerlich aber ist er zu keiner Zeit. Schön zu sehen ist das etwa in der wunderbaren Szene, die Balboa Zeitung lesend vor den Gräbern seiner geliebten Frau Adrian und seines Kumpels Paulie zeigt.

Es ist erstaunlich, mit welch großer Selbstverständlichkeit ein so junger Regisseur wie Coogler mit einer von so vielen verehrten Reihe wie „Rocky" umgeht. Ein stets zwar respektvoller, aber doch auch erfrischender Umgang mit einer in die Jahre gekommenen Legende. Statt Bill Contis teils melancholischer Musik von 1976 etwa gibt es diesmal viel Rap zu hören; überhaupt ist „Creed" recht stark in der afroamerikanischen Kultur verwurzelt, auch der Regisseur selbst ist Afroamerikaner.