Unesco:

Sternenhimmel funkelt für ewig

Große Ehre für die Himmelsscheibe von Nebra: Die Unesco nimmt sie in das Weltregister des Dokumentenerbes auf.

Die Himmelsscheibe zeugt in einer schriftlosen Zeit von einem großen Verständnis für die Astronomie. Foto: Peter Endig
Peter Endig Himmelsscheibe von Nebra in Unesco-Dokumentenerbe aufgenommen

Die Unesco hat die Himmelsscheibe von Nebra und das Lorscher Arzneibuch in ihr Register des Weltdokumentenerbes „Memory of the World“ aufge-nommen. Darin sind bedeutsame Aufzeichnungen aus der Geschichte der Menschheit versammelt – aus Deutschland unter anderem die Gutenberg-Bibel, wie die Deutsche Kommission der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur mitteilte.

Das Arzneibuch des Klosters Lorsch in Hessen zählt zu den ältesten Sammlungen von Rezepten und Klostermedizin aus dem Mittelalter. Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe aus Nebra in Sachsen-Anhalt gilt als früheste bekannte Abbildung des Sternenhimmels.

Über die Aufnahme entschied das Internationale Komitee für das Programm „Memory of the World“ bei einer Konferenz in der südkoreanischen Stadt Kwangju. Erfolgreich war Deutschland auch mit zwei Gemeinschaftsnominierungen: das Kommunistische Manifest und der erste Band des Kapitals von Karl Marx gemeinsam mit den Niederlanden und das Grundgesetz des Heiligen Römischen Reichs, die Goldene Bulle, gemeinsam mit Österreich.

„Der Eintrag des Lorscher Arzneibuches vervollständigt als erstes mittelalterliches Dokument dieser Art eine Reihe, die im Weltgedächtnis bereits mit anderen medizinischen Handschriften aus verschiedenen Epochen und Regionen besetzt ist“, sagte der Vorsitzende des deutschen Nominierungskomitees „Memory of the World“, Joachim-Felix Leonhard, in Kwangju. Dazu zählten etwa auch Aufzeichnungen aus Korea, der Türkei und China.

Die Himmelsscheibe von Nebra zeugt nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission von einem großen Verständnis für die Astronomie aus einer schriftlosen Zeit. Die Himmelsscheibe belege, dass die Menschen in der Bronzezeit über exaktes Wissen kosmischer Zusammenhänge verfügten, sagte Leonhard. „Was haben wir schon vor 4000 Jahren gewusst? Was können wir heute daraus lernen?“

Alle zwei Jahre kann jedes Unesco-Mitglied zwei Vorschläge zur Aufnahme in das „Gedächtnis der Menschheit“ einreichen. Es umfasst nun 299 Einträge. Deutschland ist mit 17 vertreten.

Aufgenommen wurde auch die Bestände des Internationalen Suchdienstes (ITS/International Tracing Service), dessen Zentrum für die Dokumentation und Forschung zur national-sozialistischen Verfolgung, Zwangsarbeit und den Holocaust im hessischen Bad Arolsen angesiedelt ist.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung