Neu im Kino:

Steve Jobs - Spannung in drei Akten

Mit seiner Vision hat er die Welt verändert. Apple-Mitbegründer Steve Jobs war ein schwieriges Genie mit einer komplexen Persönlichkeit. Vier Jahre nach seinem Tod kommt nun „Steve Jobs“ ins Kino. Die Handlung des Films hat mit der Realität allerdings wenig zu tun.

Michael Fassbender spielt den Technik-Pionier "Steve Jobs" überzeugend.
Universal Pictures Michael Fassbender spielt den Technik-Pionier "Steve Jobs" überzeugend.

„Steve Jobs“ ist wie ein Theaterstück in drei Akten. Die Kernszenen spielen auf kleinem Raum. Es sind drei Schlüsselmomente in der Karriere des Apple-Mitbegründers, jeweils vor der Vorstellung eines neuen Produkts. Jedes Mal tauchen dieselben Figuren auf, die das Leben des Tech-Visionärs aufrütteln.

„Steve Jobs“ hat gar nicht den Anspruch, sein Leben nachzuerzählen. „Ich wollte kein Biopic machen“, unterstrich Drehbuchautor Aaron Sorkin schon bei der Premiere. Er wollte nicht Jobs' „größte Hits“ wiedergeben. Mit dem Facebook-Film „The Social Network“ über Mark Zuckerberg hatte der Erfolgsautor den Drehbuch-Oscar gewonnen.

Starker Fassbender

Die Brillanz des Hauptdarstellers macht Schwächen im Plot des Filmes wett. Der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender sieht Jobs nicht wirklich ähnlich, verwandelt sich aber völlig in eine vielschichtige Figur: aufbrausend, undiplomatisch, mitunter gemein und arrogant. Ein selbstbewusster, besessener Perfektionist, der seine Vision umsetzt.

„Steve Jobs“ fesselt mit einem Feuerwerk an Dialogen und lebt von der Spannung zwischen den Figuren - die Besetzung ist großartig. Sorkin hat sich bei seinem Drehbuch lose an der von Jobs autorisierten Biografie des Journalisten Walter Isaacson orientiert, der mit dem Apple-Gründer rund 40 Interviews führte.

Streit zwischen Weggefährten

Der Film greift drei wichtige Momente im Leben des Apple-Mitbegründers auf. 1984, als Jobs den ersten Macintosh vorstellt. 1988, als er nach dem Apple-Ausstieg seinen NeXT Computer präsentiert. Und 1998, als er nach seiner Rückkehr zu Apple den iMac einführt. Sorkin und Boyle treiben den Countdown zu den nervenaufreibenden Produktvorführungen mit fiktiven Begegnungen auf die Spitze.

Jedes Mal legt sich Jobs mit den Schlüsselfiguren an: Da ist sein langjähriger Freund Steve Wozniak (Seth Rogen), der die ersten Apple-Computer entwarf, die Jobs dann genial vermarktete. „Woz“ will mehr Anerkennung für sich und sein Team, und wirft im Film der Jobs-Figur Worte an den Kopf, die der echte Steve Wozniak vielleicht gedacht - aber nie öffentlich geäußert hat. Oscar-Preisträgerin Kate Winslet ist großartig als Marketing-Managerin Joanna Hoffman, die sich als „Arbeitsplatz-Gattin“ aufopfert. Der damalige Apple-Chef John Sculley (Jeff Daniels) und Software-Guru Andy Hertzfeld (Michael Stuhlbarg) geraten mit Jobs aneinander. Die Szenen mit seiner unehelichen Tochter Lisa, die er anfangs verleugnet, gehen ans Herz, nicht nur dem Zuschauer.

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