Neu im Kino:

Still Alice

Zunehmend häufiger setzen sich Filmemacher mit den Themen Demenz und Alzheimer auseinander. Die Herangehensweise an das sensible Sujet mag sehr unterschiedlich sein. „Still Alice“ macht das Schicksal einer Erkrankten und ihres Umfeldes nun besonders intensiv und schmerzhaft nachvollziehbar.

Julianne Moore spielt die an Alzheimer erkrankte Alice Howland.
Jojo Whilden/polyband.de Julianne Moore spielt die an Alzheimer erkrankte Alice Howland.

Plötzlich fehlen sie, die richtigen Worte. Und das passiert ausgerechnet der Linguistikerin Alice Howland (Julianne Moore), die sich doch so sehr über ihren Intellekt, ihre Sprache definiert. Als sich die Ausfallerscheinungen häufen, sucht die 50-jährige einen Neurologen auf. Der Arzt diagnostiziert eine besonders seltene Form von Alzheimer, die vererblich ist. Alice´ Mann John (Alec Baldwin) ist mit der Situation völlig überfordert. Er weigert sich, die Tragweite dieses Untersuchungsergebnisses anzuerkennen und er fordert ein, den Schein von Normalität beizubehalten. Zumindest den drei Kindern (u.a. Kristen Stewart) müssen die Howlands reinen Wein einschenken, könnten sie das verhängnisvolle Gen doch ebenfalls in sich tragen. Aber schon bald ist der Verfall auch Außenstehenden gegenüber nicht mehr zu verbergen.    

Reise ohne Wiederkehr 

Julianne Moore nimmt ihre Zuschauer mit auf eine Reise, von der es keine Wiederkehr gibt. Richard Glatzer und Wash Westmoreland, die sich die Regie dieses Filmes geteilt haben, fokussieren sich völlig auf ihre Hauptdarstellerin, die es ihnen mit der Vorstellung ihres Lebens dankt. Das sah auch die Academy so, die Moore nach ihrer fünften Oscar-Nominierung endlich nicht mehr mit leeren Händen nach Hause schickte. Leicht könnte man ob dieser Ausnahmeleistung den vergleichsweise kleinen, aber eindrucksvollen Beitrag von Kristen Stewart zu diesem Werk übersehen. Auch die nächste Generation von Schauspielerinnen ist mit Talent gesegnet.

Gleichermaßen sachlich wie berührend ist der Erzählton des Filmes, für Kitsch, aber auch für Humor ist hier kein Platz. Ihren Unterhaltungswert bezieht die Geschichte aus ihrer Authentizität und spannenden Zuspitzungen der Situation. Unerträglich wird das Zuschauen aber nie. Übrigens: Die Botschaft, das Leben immer im Moment zu genießen, richtet sich nicht nur an Alzheimer-Patienten und deren Angehörige.

Wertung:
Anspruch: 4
Spannung: 3
Action: 1
Humor: 0
Erotik: 0

Verleih: Polyband     
Bundesstart: 05. März 2015
Genre: Drama

Mehr Infos unter: http://stillalice.de/

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