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Straight Outta Compton - Warum die USA den Rap wieder entdecken

Am Donnerstag startet das Musikdrama "Straight Outta Compton" in den deutschen Kinos. Ein Biopic, das die Geschichte der Rap-Crew N.W.A erzählt und sich in den USA auf Platz 1 der Charts hält.

Aldis Hodge (l-r) als MC Ren, Neil Brown Jr. als DJ Yella, Jason Mitchell als Eazy-E, O'Shea Jackson Jr. als Ice Cube und Corey Hawkins als Dr. Dre in einer Szene des Kinofilms "Straight Outta Compton".
Jaimie Trueblood/Universal Pictures/ Aldis Hodge (l-r) als MC Ren, Neil Brown Jr. als DJ Yella, Jason Mitchell als Eazy-E, O'Shea Jackson Jr. als Ice Cube und Corey Hawkins als Dr. Dre in einer Szene des Kinofilms "Straight Outta Compton".

Es sind die späten 1980er Jahre, in Compton einem Vorort von Los Angeles ist weiße Polizeigewalt gegen Schwarze, sind Bandenkriege, Drogen und Armut alltäglich. Strukturen der Hoffnungslosigkeit, der Perspektivlosigkeit und der Wut, die einen Boden für Gangsta-Rap schaffen. Den Sound der schwarzen Protestkultur, der sich aus einem amerikanischen Ghetto über die ganze Welt ausbreiten wird. Seine Gesichter: Dr. Dre, Ice Cube, Eazy-E, MC Ren und DJ Yella - die "Niggaz Wit Attitude" (N.W.A.). Sie waren es, die den musikalischen Protest anführten. Die sich in ihren Texten auflehnten gegen Rassismus und Polizeiwillkür.

Eine Geschichte, die nun auf der Leinwand zu sehen ist. "Straight Outta Compton" ist ein von F. Gary Gray inszeniertes, biografisches Musikdrama, benannt nach dem ersten Album der Band, das die fünf Jungs aus dem Ghetto, unter anderem gespielt von O’Shea Jackson als junger Ice Cube sowie Corey Hawkins als Dr. Dre und Jason Mitchell als Eazy-E, auf ihrem Weg in den Himmel der Hip-Hop-Kultur begleitet. Das von Partys, Drogen und Exzessen erzählt, aber auch, und zwar auf ehrliche und eindringliche Weise, die brutalen Mechanismen der Musikindustrie und den Zerfall der Band thematisiert.

Thema ist politisch aktuell

In Amerika wurde das Biopic zur Sommerüberraschung. Schon an seinem ersten Kinowochenende landete der Film auf Platz 1 der US-Kinocharts und spielte mehr als 56 Millionen Dollar ein (50 Millionen Euro); fast das Doppelte der Produktionskosten. Was macht den Film so erfolgreich? Warum entdeckt Amerika nach 27 Jahren den Gangsta-Rap wieder? N.W.A gibt es längst nicht mehr, von den fünf Gründungsmitgliedern zählen heute nur noch Dr. Dre und Ice Cube zur aktuellen Popkultur. Eazy-E starb 1995 an Aids. Ihm ist der Film gewidmet.

Für die Kritiker der "New York Times" ist es auch seine politische Aktualität: 50 Jahre nach den Watts-Unruhen, die sich 1965 in Los Angeles ereigneten, und inmitten einer Zeit, in der die amerikanische Nation auf schwarze Opfer weißer Polizeigewalt schaue - seine Premiere feierte der Film nur zwei Tage nach dem Todestag von Michael Brown, dem 18-jährigen Afro-Amerikaner der in Ferguson von einem weißen Polizisten erschossen wurde - "bestätige Straight Outta Compton das gegenwärtige Bild".

Der Film ist ein ebenso eindringliches Porträt einer Band wie auch ein Stück Zeitgeschichte, das den Zuschauer, so schreibt es die "Washington Post", nicht nur daran erinnert, wer N.W.A war, sondern auch daran, warum das, was sie taten von so großer Bedeutung war.