Neustart beliebter TV-Shows:

„Superstar“-Suche gegen Sat.1-Abspecker

RTL sucht mal wieder sein ganz persönliches Gesangstalent – in der elften Staffel. Sat.1 will nicht nachstehen und schickt zum fünften Mal „The Biggest Loser“ ins Rennen – mutigerweise in direkter Konkurrenz.

Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss (Mitte) treibt „The Biggest Loser“-Kandidaten auf Sat.1 zu Höchstleistungen an.
Sat.1/Morris Mac Matzen Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss (Mitte) treibt „The Biggest Loser“-Kandidaten auf Sat.1 zu Höchstleistungen an.

Abspecken ist Trumpf, wenn auch aus verschiedenen Blickwinkeln: Sat.1 schickt ab Mittwoch um 20.15 Uhr in einer neuen Staffel seiner Reihe „The Biggest Loser“ 16 schwergewichtige Kandidaten ins Rennen. Sie sollen abnehmen, was das Zeug hält. Auch bei RTL ist zeitgleich Straffung angesagt. Die neue Staffel des Dauerbrenners „Deutschland sucht den Superstar“ – Start ebenfalls am Mittwochabend – wird mit insgesamt 19 Ausgaben kürzer.

Warum wohl? Die Quoten der zehnten Jubiläumsstaffel mit insgesamt 23 Folgen hatten im vergangenen Jahr einen Tiefpunkt erreicht. 4,11 Millionen Zuschauer schalteten jede Ausgabe im Durchschnitt ein. 4,63 Millionen sahen das Finale, aus dem die Schweizerin Beatrice Egli als Siegerin hervorging, die zweite Frau, die das „Superstar“-Spektakel in Deutschland gewann.

Jetzt strahlt RTL nur noch sechs statt neun Liveshows inklusive Finale aus – eine Konsequenz der rückläufigen Resonanz. Dennoch: Das Interesse an Castingshows ist keineswegs erlahmt. Im Internet verbuchte der Sender während der zehnten Staffel hohe Klick-Raten, auch für die elfte Staffel bewarben sich gut 35 000 Kandidaten, die alle von sich glauben, sie hätten die schönste Nachwuchsstimme Deutschlands. 33 von ihnen nahm RTL mit zum Ausleseprozess in tropischer Sonne nach Kuba. Die letzten zehn von ihnen werden in die sechs Liveshows ab 29. März geschickt.

Neu: Juror als Schutzpatron

Auch sonst hat RTL an dem einstigen Erfolgsbringer herumgeschraubt. Die Jury wurde komplett durcheinandergewirbelt. Die farblosen Kaulitz-Zwillinge verschwanden, neu sind neben Leithammel Dieter Bohlen die Musikerkollegen Mieze Katz, Prince Kay One und Marianne Rosenberg. RTL hat nach Jahren der immer wieder kritisierten öffentlichen Erniedrigung der jungen Freiwilligen das Vorgehen geändert: „Kandidaten an die Macht“ lautet das neue Motto. Sie dürfen jetzt einen Juror als eine Art Schutzpatron aussuchen, der bei einer Pattsituation in der Vierer-Jury die Stimme für sie erhebt. Die erste Folge beginnt aber so wie alle Sendungen in den Vorjahren: Die Möchtegern-„Superstars“ treten vor die Jury, bei der sich leichte Auseinandersetzungen anbahnen, weil dem einen die Oberweite einer Kandidatin recht bedeutsam erscheint (wem wohl?), anderen wiederum nicht.

Dieter Bohlen und die „Superstars“ auf der einen Seite, Christine Theiss und „The Biggest Loser“ auf der anderen: Die 33-Jährige kann sich jetzt nach dem Abschluss ihrer Kickbox-Karriere auf das Medium Fernsehen konzentrieren. Theiss, die als Einpeitscherin das Erbe von Eisläuferin Katarina Witt und Boxerin Regina Halmich übernahm, präsentiert die bereits fünfte Staffel des Fett-weg-Spektakels auf Sat.1. Ihre Kandidaten sind zwischen 18 und 67 Jahre alt. Dem Besten von ihnen winken 50 000 Euro Siegprämie. Allerdings: Das sind nur zehn Prozent der Belohnung, die der neue „Superstar“ kassiert. Und für den gibt es dann sogar noch einen Plattenvertrag.

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