Zwischen Ironie und Brutalität:

„Tatort“ erstmals wieder aus Dresden

Aus der sächsischen Landeshauptstadt kommt seit Langem wieder mal der ARD-Krimi. Für seinen ersten Fall ermittelt das forsche Kommissarinnen-Duo in der Welt der Volksmusik.

Die Schauspieler Martin Brambach, Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Jella Haase (von links) sind am Sonntag als neue Ermittler an der Elbe zu sehen.
Bernd Settnik Die Schauspieler Martin Brambach, Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Jella Haase (von links) sind am Sonntag als neue Ermittler an der Elbe zu sehen.

Die Probe für eine große Unterhaltungsshow wird jäh unterbrochen, als die Sängerin einen toten Kollegen hinter der Bühne findet – Toni vom Schlagerduo „Toni und Tina“. Daneben Musiker, die nach einer durchzechten Nacht ihren Rausch ausschlafen. Der neue „Tatort“ aus Dresden „Auf einen Schlag“, den das Erste an diesem Sonntag um 20.15 Uhr ausstrahlt, zeigt gleich zu Beginn Risse in der heilen Schlagerwelt.

Für ihren ersten Fall tauchen die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara Höfels) in Dresden immer tiefer hinein in die Welt der Volksmusik, in der es um Geschäfte, alternde Stars und den schönen Schein geht. Mit den beiden Kommissarinnen ermittelt erstmals in der Geschichte der ARD-Krimireihe ein reines Frauenteam.

Für Wortwitz und flotte Dialoge sorgt Drehbuchautor Ralf Husmann. Der Erfinder von „Stromberg“ hat sich für seinen ersten „Tatort“ die Volksmusik-Szene ausgesucht, „weil da noch Rock n‘ Roll drin ist“, wie er sagt. Die Schlagerwelt stelle zudem „den größtmöglichen Kontrast zu Brutalität, Blut, Gewalt und Leichen“ dar.

Der neue Sachsen-„Tatort“ will jung sein, pendelt zwischen Ironie und Brutalität und setzt dafür auf emanzipierte Frauen, schwule Volksmusiker und den Konflikt der Generationen.

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