WDR-Show:

„Tatort“ im Spätprogramm gefällt nicht allen

Ein WDR-Intendant zum Anfassen will er sein und ging mit dem Publikum auf Tuchfühlung. Tom Buhrow sprach über Geld, Programm und mit wem er gern tauschen würde.

Tom Buhrow volksnah und freundlich im „WDR-Check“ am Mittwoch.
Rolf Vennenbernd Tom Buhrow volksnah und freundlich im „WDR-Check“ am Mittwoch.

Nicht leicht gefallen und schon gar nicht leichtfertig getroffen sei die Entscheidung – Tom Buhrow spricht von der Verbannung eines WDR-„Tatorts“ aus Jugendschutzgründen ins Spätprogramm. Betroffen ist die Folge „Franziska“ am 15. Dezember. Regisseure und Schauspieler sollten dadurch aber nicht ängstlich werden, sondern weiter an ihre Grenzen gehen. Klaus J. Behrendt alias „Tatort“-Kommissar Max Ballauf hielt die Entscheidung für falsch.

„Ich finde das eine Fehlentscheidung vom Jugendschutz“, sagte Behrendt. Man sollte den Zuschauern nicht die Eigenverantwortung absprechen, die Kinder ins Bett zu schicken, sagte Behrendt unter dem Applaus der Zuschauer im Kunstwerk Mönchengladbach.

Zum ersten Mal in 43 Jahren wird am 15. Dezember ein Tatort aus Jugendschutzgründen um 22 Uhr gezeigt. Das „Gesamtbedrohungspotenzial“ in der Folge, in der die Assistentin der Kölner Kommissare Ballauf und Schenk als Geisel genommen wird, könnten unter 12-Jährige nicht verarbeiten, so die Begründung.

Der Typ von nebenan im TV

Buhrow stellte sich in der neuen Live-Sendung „WDR-Check“ den Fragen von Zuschauern und Hörern und machte deutlich, wie er die Beziehung des Senders zu den Menschen versteht: „Wir gehören Ihnen. Sie sind unsere Aktionäre“, sagte Buhrow dem Publikum. Niemand mit einem ernsthaften Anliegen dürfe abgekanzelt werden, sagte Buhrow zum Vorwurf des arroganten Umgangs. Er predige im Haus Freundlichkeit: „Keine Arroganz. Die Zeiten, wo wir ein Monopol hatten, sind lange vorbei.“

Buhrow gilt als netter Typ und kam auch so rüber. Wie der Typ von nebenan, der bemerkt, dass er in der letzten Zeit ein paar Kilos mehr auf die Waage bringt, wie er auf Fragen von Bettina Böttinger zu seinem Steckbrief bekannte. Einer, der auch Humor zeigt: Er könne sich vorstellen, mit dem Schauspieler Til Schweiger für eine Woche zu tauschen.