Auf Diebestour bei Paris:

The Bling Ring

Zu Beginn des neuen Filmes von Sofia Coppola („Lost In Translation“) erzählt eine smarte Teenagerin, dass sie später einmal eine Führungsposition einnehmen, am besten gleich ein Land regieren möchte. Nun, aus diesen Plänen wird wahrscheinlich nichts werden.

Claire Julien, Emma Watson, Israel Broussard, Katie Chang, Taissa Farmiga
Tobis Film Claire Julien, Emma Watson, Israel Broussard, Katie Chang, Taissa Farmiga.

Die Geschichte vom „Bling Ring“ ist unglaublich, aber wahr. Zwischen 2008 und 2009 stiegen in Los Angeles gelangweilte Teenager aus meist behüteten Verhältnissen in die Villen von Prominenten ein, um sich dort nach Herzenslust zu bedienen. Medienstars wie Paris Hilton, Lindsay Lohan oder Orlando Bloom haben es den Kids auch wirklich nicht schwer gemacht. Sie ließen Haus, Hof und Auto einfach offen stehen, während das Internet ihren aktuellen Aufenthaltsort weit fernab der Heimat preisgab. Manche der Bestohlenen merkten gar nicht, dass ungebetene Besucher im Haus waren. Ein paar fehlende Klunker, Kleider und Schuhe fielen den Superreichen schlichtweg nicht auf. 

Oscar-Preisträgerin Sofia Coppola bildet nur ab und verkneift sich jedes Urteil. Trotzdem ist der Zuschauer einigermaßen schockiert über die verheerenden Auswirkungen, die die Vermittlung falscher Wertvorstellungen durch Klatschpresse und Internetforen auf junge, orientierungslose Gemüter zeitigen können. Dargestellt wird die Diebesbande u.a. von einer Emma Watson, die sich im Handumdrehen von ihrem Harry-Potter-Ballast befreit, oder der aus „American Horror Story“ bekannten Taissa Farmiga. Wirklich sympathisch werden einem die Kids mit den klebrigen Fingern und dem gänzlichen Fehlen von Moral und Gewissen nie. Wenn drei der Mädels allerdings von ihrer Mutter (Leslie Mann) im Stile eines schlechten Motivationstrainers erzogen werden, kann man wenigstens ansatzweise das Warum nachvollziehen. Coppola hat für ihre neue und sehr genau recherchierte Geschichte eine äußere Form gewählt, die der Botschaft durchaus angemessen ist, manchem Zuschauer aber Bauchschmerzen bereiten könnte. Das Tempo wird vom Lebensrhythmus der Teenager diktiert, also von Party, Drogenrausch und Raubzügen. Die Inhaltslosigkeit dieses Daseins überträgt sich dabei unweigerlich auch auf den Film selbst. Die ewig gleichen Handlungsabläufe wurden der Filmemacherin gelegentlich zum Vorwurf gemacht. Tatsächlich konnte man dem ebenso dreisten wie stupiden Geschehen aber nur auf diese Weise wirklich gerecht werden.

Verleih: TOBIS 
Bundesstart: 15. August 2013
Genre: Drama
Mehr Infos unter: www.TheBlingRing.de

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 2
Action: 2
Humor: 1
Erotik: 1

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