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Von den alten Platten mag sich niemand trennen

Am 22. September spielen die Nordkurier-Sinfoniker zum zweiten Mal in der Konzertkirche. Im Familienkonzert erklingt „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew. Wir haben den ältesten Tonträger mit dem Stück gesucht und nicht geahnt, welche Resonanz wir mit unserem Aufruf auslösen.

Eine Pressung der BRD-Firma Philips aus den 60er-Jahren.
S. Groh Eine Pressung der BRD-Firma Philips aus den 60er-Jahren.

Knapp 100 Einsendungen und Telefonate haben die Nordkurier-Redaktion erreicht. So viele Leser wollten ihre Schallplatte und ihre dazugehörige Geschichte präsentieren."Peter und der Wolf" zieht die Menschen noch immer in ihren Bann - völlig altersunabhängig.

„Das ist einfach genial gemacht“, sagt Leserin Gisela Kowalzik. Ihrem Sohn - heute 47 Jahre alt - sei vor allem die durch die Oboe dargestellte Ente in Erinnerung geblieben. „Man hört richtig, wie sie watschelt.“ Viele ihrer alten Platten haben Kowalziks noch aufgehoben. Derzeit gibt es allerdings keinen Plattenspieler mehr. „Den werden wir uns aber bestimmt wieder zulegen“, sagt ihr Mann Ortwin Kowalzik.

Musikstück war auch im Schulunterricht beliebt

Mit ihrer vor mehr als 40 Jahren produzierten Fassung haben Kowalziks, wie andere Leser auch, die diese bekannte Platte mit dem roten Cover einsandten, keine Chance auf den ältesten Tonträger. Dafür muss man auf die Editionen aus den 60er-Jahren zurückgreifen, wie die Einsendungen  zeigen.

Melitta und Werner Kretschmer aus Neubrandenburg besitzen ein Exemplar aus dem Jahr 1969. Melitta Kretschmer kann sich gut daran erinnern, wie es ihrem ältesten Sohn mit damals zehn Jahren deutlich besser gelang, dank Prokofjew Lieder im Musikunterricht zu lernen. Heute ist es ihr 23-jähriger Enkel, der sich für die alten Platten und Bücher interessiert. „Wir dürfen nichts wegschmeißen."