Vor der Lesung ein Interview:

Warum der Dieter jetzt Max heißt

Max Moor ist Biobauer, Schriftsteller und Fernsehmoderator. Unsere Reporterin Uta Bilaczewski sprach mit ihm über Vorurteile und Bücher.

Max Moor liest am kommenden Dienstag in der Ueckermünder Volksbühne aus seinem Buch „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“.
ZVG Max Moor liest am kommenden Dienstag in der Ueckermünder Volksbühne aus seinem Buch „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“.

Herr Moor, dass Sie ein toller Erzähler sind, weiß auch in der Uckermark inzwischen fast jeder, aber dass Sie seit Kurzem auf den Vornamen Max hören nicht. Warum haben Sie Dieter abgelegt?

Ich wollte schon immer Max heißen. Doch ich war vielleicht zu feige, meinen Namen zu ändern. Nach 55 Jahren nahm ich mir einfach das Recht raus, so zu heißen, wie ich mag. Dabei habe ich gar nichts gegen den Namen Dieter, ich habe nur etwas dagegen, dass ich so heiße.

Sie sind nicht das erste Mal in der Region unterwegs. Sie haben auch schon in Templin mehrmals gelesen. Dürfen die Uckermärker also davon ausgehen, dass es Ihnen bei uns gefallen hat?

Ja, ich komme immer gerne in die Uckermark.

Man sagt den Uckermärkern nach, dass sie recht stur sind. Kommen Sie mit dieser Art klar?

Stur finde ich sympathisch. Ich komme mit sturen Menschen gut klar. Sie bringen die Dinge auf den Punkt. Sie sagen, was sie meinen. So zum Beispiel: „Nein, ich will jetzt nicht bei Tante Grete Mittag essen!“

Sie betreiben in Hirschfelde einen Biobauernhof. Über die ersten Kontakte mit den Dorfbewohnern dort haben sie das Buch „Was wir nicht haben, brauchen sie nicht. Geschichten aus der arschlochfreien Zone geschrieben“. Was hat Sie veranlasst, diese Eindrücke in einem Buch zu veröffentlichen?

Ich bin Schweizer, bei mir dauert alles ein bisschen. So habe ich etwa fünf Jahre gewartet und dann musste ich einfach erzählen, wie ich mein Dorf beziehungsweise Brandenburg erlebe – nämlich sehr angenehm. Ich wollte mein Bild von der Region zum offiziellen dazutun. Denn Brandenburg ist eben keine „No-Go-Area“ wie manche Schweizer sagen. Dort leben nicht nur alte Menschen oder Neonazis, wie man von den Berlinern oft hört. Im Gegenteil, die Menschen, die in dieser Region leben, sind sozial eingestellt und hilfsbereit. Sie stehen füreinander ein. Und auch die Landschaft ist toll. Aber nach und nach ändert sich jetzt auch bei den Großstädtern der Blick auf Brandenburg. Wobei ich natürlich nicht behaupten will, dass das unbedingt etwas mit meinem Buch zu tun hat.

Inzwischen gibt es Neues aus der arschlochfreien Zone – und zwar das Buch „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“. Warum sollten die Uckermärker unbedingt Ihr Buch lesen beziehungsweise zur Lesung kommen?

Keine Ahnung. Es gibt wenig Gründe, etwas unbedingt tun zu müssen. Vielleicht aus purer Neugierde oder um etwas über Brandenburg zu hören. Ich hoffe, sowohl das Buch als auch die Lesung gefällt meinen Fans, aber versprechen kann ich nichts. Vielleicht komme ich ja nach der Lesung mit dem einen oder anderen ins Gespräch. Jedenfalls freue ich mich auf Ueckermünde.

Max Moor, das Gesicht des ARD-Kultmagazins „ttt – titel thesen temperamente“, betreibt in Hirschfelde einen Ökohof. Aber der gebürtige Schweizer, der nun schon seit etwa zehn Jahren in Brandenburg lebt, ist auch Erzähler. Von seinen Qualitäten auf diesem Gebiet können sich die Uckermärker am Dienstag selbst überzeugen. Dann nämlich präsentiert der Wahlbrandenburger in Ueckermünde Neues aus der arschlochfreien Zone.

Karten für die Lesung am Dienstag, 19. November, ab 19.30 sind in der Friedrich-Wagner-Buchhandlung, Telefon 039771 54626, und im Kino Ueckermünde, Telefon 039771 25950, erhältlich.