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Warum immer mehr Menschen E-Books lieben

Literatur-Klassiker in schmucken Einbänden und mit goldverzierten Lettern machen sich gut im Buchregal. Elektronische Bücher sind dagegen weniger vorzeigbar. Dafür bestechen sie mit anderen Vorteilen.

Digital und analog - Bibliotheken bieten ihren Nutzern häufig eine breite Palette an Büchern als e-Books.
Axel Heimken Digital und analog - Bibliotheken bieten ihren Nutzern häufig eine breite Palette an Büchern als e-Books.

Bettina Herter durchstöbert das Buchangebot in der Rats- und Universitätsbuchhandlung Greifswald. Die Managerin fliegt bald auf die Malediven und braucht für Flug und Strandurlaub noch genügend Urlaubsliteratur. Dicke Wälzer sind dafür unhandlich. Vielleicht versucht sie es lieber mit einem E-Book-Reader.

Fast jeder vierte Deutsche liest mittlerweile elektronische Bücher (E-Books), so eine Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM. Vor zwei Jahren war es erst jeder zehnte.

Auch Norddeutsche entdecken e-Books für sich

Elektronische Bücher werden oft in Online-Buchshops wie Amazon, Buch.de, Ebook.de oder Thalia.de gekauft. Nur in größeren Städten wie Berlin oder Hamburg gibt es schon in den Buchhandlungen Terminals, an denen man sein E-Book direkt im Laden kaufen kann. Technikaffine Leser, die sich mit Internet-Accounts und Online-Bezahlmethoden auskennen, lassen sich deshalb nur selten im Laden beraten, so Matthias J. Marissal, Chef der Greifswalder Rats- und Universitätsbuchhandlung. Wer ins Geschäft kommt, ist oft verunsichert und sucht die Beratung, welches Lesegerät empfehlenswert sei.

Diese Nachfrage habe zugenommen, so der Buchhandlungs-Chef. Pro Jahr verkauft er circa zehn Lesegeräte und unter 100 E-Books über seine Buchhandlung. Allerdings liest nur ein Bruchteil der E-Book-Nutzer auf einem speziellen Lesegerät. 56 Prozent der Leser, so die BITKOM-Studie, liest auf dem Laptop oder Netbook - nur 27 Prozent mit einem E-Reader.

Nicht jedes Genre eignet sich für die Digital-Version

Aber welche Genres werden besonders gerne digital gelesen? Thriller, Krimis, so Marissal. "Alles, was gedruckt als Taschenbuch vorliegt." Denn der Preisnachlass bei Taschenbücher im Vergleich zu Hardcovern ist auch für E-Book-Leser relevant. Weitere Genres, die gerne digital gelesen werden, sind Fachliteratur und fremdsprachige Literatur. "Wenn der Buch-Import durch Versandkosten aufwändig und teuer ist, finden viele es attraktiver, sich das ausländische Buch digital herunterzuladen", erklärt Marissal.

Doch es gibt auch Genres, die gedruckt einfach besser funktionieren. Literarische Comics zum Beispiel, so Marissal. Oder Reiseführer. Die großen Bilder über fremde Länder und Leute schauen sich Leser lieber analog an.

Bettina Herter hat sich, nach eingehender Beratung von Marissal, für einen E-Reader entschieden. Damit lassen sich einfach mehr Krimis gleichzeitig durchblättern.