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Weltstar adelt Konzertkirche

Covent Garden, Carnegie Hall, Konzertkirche: Nun gehört auch Neubrandenburg zu den Auftrittsorten der Operndiva Montserrat Caballé. Die 83-Jährige sparte zum Auftakt des Jubiläumsjahres nicht mit Komplimenten – und ihr Publikum auch nicht.

Mit dem kapriziösen Katzenduett krönten Montserrat Caballé und ihre Tochter Montserrat Martí (links Pianist Ricardo Estrada und Tenor Jordi Galán) das Gastspiel.
Susanne Schulz Mit dem kapriziösen Katzenduett krönten Montserrat Caballé und ihre Tochter Montserrat Martí (links Pianist Ricardo Estrada und Tenor Jordi Galán) das Gastspiel.

„Dass ich das noch erleben darf!“ Dieser emotionsgeladene Satz entfleuchte wohl so manchem Musikfreund am Wochenende in der Neubrandenburger Konzertkirche. Zum 15. Geburtstag des Konzertsaals war es gelungen, einen noch im Alter gefeierten Weltstar in die Viertorestadt zu locken: Immerhin gilt Montserrat Caballé, als eine der besten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts.

Die Publikumsreaktionen waren geprägt von Hochachtung vor dem Alter, der Lebensleistung, der Ausstrahlung der gewichtigen Diva, die auf eine Krücke gestützt oder auf einem Stuhl sitzend den Abend bestritt. Wer ein Solo-Programm erwartet hatte, dürfte statt enttäuscht doch eher angetan gewesen sein von dem hochkarätigen, heiter agierenden Quartett, das sich da die Ehre gab: Die betagte Diva sang nicht nur mit ihrer Tochter Montserrat Martí, ebenfalls eine gefeierte Sängerin, sondern auch mit Tenor Jordi Galán und dem sympathischen Pianisten Ricardo Estrada. Hatte sie von der Konzertkirche „schon viel Gutes gehört“, wie sie vorab lobte, so hatten die Gastgeber auch nicht zu viel versprochen. Die angebotene Tontechnik ließ Montserrat Caballé abbauen: Bei solch großartiger Akustik sei keine Verstärkung erforderlich.

Die große alte Dame des klassischen Gesangs sparte nicht mit Komplimenten für die Begrüßungsworte von Oberbürgermeister Silvio Witt, der seinerseits stolz war, auf der Liste ihrer bedeutenden Auftrittsorte neben Covent Garden und Carnegie Hall nun auch die Konzertkirche zu wissen. Caballé plauderte sich charmant durch den Abend und gab mit ihrer Tochter am Ende eines eindrucksvollen Programms noch Rossinis legendäres Katzenduett mit viel „Miau“ zum Besten.