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"Where To Invade Next": Michael Moore geht auf Reisen

Amerika liegt Michael Moore am Herzen. Für seinen neuen Film ist der Dokumentarfilmer auf Reisen gegangen, um Lösungen für die Probleme seines Heimatlandes zu finden.

Michael Moore reist für seinen neuesten Film als Ideensammler durch Europa, um zu sehen, welche Errungenschaften in anderen Ländern vielleicht viele der Probleme Amerikas lösen könnten.
Falcom Media/dpa Michael Moore reist für seinen neuesten Film als Ideensammler durch Europa, um zu sehen, welche Errungenschaften in anderen Ländern vielleicht viele der Probleme Amerikas lösen könnten.

Was ist los mit Amerika? Michael Moore, derzeit wohl berühmtester Dokumentarfilmer der Welt, liebt sein Land. Im Podcast-Interview "Awards Chatter" lässt er daran keinen Zweifel: "Ich liebe die Vereinigten Staaten. Das ist mein Zuhause. Ich liebe mein Zuhause. Ich will, dass es besser wird", sagt er. An George W. Bush hat sich Moore abgearbeitet, aber das ist Geschichte. In seinem neuen Dokumentarfilm "Where To Invade Next" taugt der Ex-Präsident nur noch für einen kurzen Witz am Rande. Unter Barack Obama habe sich vieles zum Besseren gewandt, meint Moore: "Das Land hat sich verändert." Und dennoch liegt noch vieles im Argen: "Amerika ist zurückgefallen. Wir sind nicht mehr die Nummer eins bei den wichtigen Dingen", sagt er in dem Interview.

Und so hat Michael Moore seine Sachen gepackt und ist für seinen neuesten Film als Ideensammler auf Reisen gegangen, um zu sehen, welche Errungenschaften in anderen Ländern - vorzugsweise in Europa - vielleicht viele der Probleme Amerikas lösen könnten. Ein Film von Michael Moore ist natürlich auch immer ein Film mit Michael Moore im Zentrum des Geschehens. Seine Kleidung ist wie gehabt ein wenig nachlässig, sein Gang ein wenig schlurfender geworden, seine Neugierde aber ist bei seinen Treffen mit Präsidenten und Geschäftsleuten, Müttern und Lehrern ungebrochen groß.

Moore ist nicht mehr so wütend wie früher

Und so erfährt Moore ganz Erstaunliches auf seinem Europa-Trip (mit einem Abstecher nach Tunesien) - was von ihm in weiten Strecken ganz vergnüglich und geradezu heiter aufbereitet worden ist. Auch Deutschland stattet er einen Besuch ab und ist von dem Umgang des Landes mit seiner Nazi-Vergangenheit beeindruckt, was ihn - mit einem Verweis auf die Sklaverei - zum Umgang mit der eigenen Geschichte führt.

Zug um Zug legt Moore so die Defizite Amerikas offen, aber er ist dabei nicht mehr so wütend. Die Wut, die vielfach Motor seiner früheren Filme ("Bowling For Columbine", "Fahrenheit 9/11") war, ist in "Where To Invade Next" einem "verrückten Optimismus", wie es der Filmemacher ausdrückt, gewichen. Weniger zynisch und weniger polemisch ist es dennoch ein typischer Moore-Film geworden, in dem vor allem die immer wieder eingestreuten Sequenzen von Polizei-Willkür in den USA für schockhafte Momente sorgen.

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